Wasser verteuert sich stark
In Baden-Württemberg steigen die Wassergebühren 2026 deutlicher als die Verbraucherpreise allgemein.
Sichere Wasserversorgung und Abwasserentsorgung – auch bei extremer Trockenheit und Hitze wie in diesem Sommer – haben ihren Preis. Allein zwischen 2025 und 2026, jeweils am Stichtag 1. Januar, zogen die Wasser- und Abwassergebühren deutlich stärker an als die Inflationsrate. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg dazu mitteilt, verteuerte sich die durchschnittliche Wassergebühr binnen eines Jahres um 5,5 %, die Grundgebühr für die Wasserversorgung um 10,2 % und die Schmutzwassergebühr um 6,4 %. Zum Vergleich: Die Inflationsrate im Land stieg zwischen Januar 2025 und Januar 2026 um 2,1 % an. Die Teuerung der Wasser- und Abwassergebühren hat sich damit nach einer geringen Abflachung zwischen 2024 und 2025 wieder beschleunigt und kommt der Teuerungsrate zwischen 2023 und 2024 nahe.
Die verbrauchsbezogene Wassergebühr liegt 2026 im Landesdurchschnitt nun bei 2,87 Euro je Kubikmeter (EUR/m³) und die an den Wasserverbrauch gekoppelte Schmutzwassergebühr bei 2,51 EUR/m³. Beide Gebühren haben sich gegenüber 2025 um durchschnittlich 0,15 EUR/m³ erhöht. Die Grundgebühr für die Wasserversorgung beläuft sich auf rund 76 EUR/Jahr (+7 EUR gegenüber 2025) und die Niederschlagswassergebühr auf 0,55 EUR je Quadratmeter abflusswirksame Fläche (+0,01 EUR). Die Grundgebühr für die Wasserversorgung wird in beinahe allen Gemeinden – 1.085 von 1.101 Gemeinden – erhoben, wogegen sich die zusätzliche Grundgebühr für die Abwasserentsorgung auf 67 Gemeinden beschränkt.
Große Gebührenspanne zwischen den Gemeinden
In der Gebührenhöhe unterscheiden sich die Gemeinden deutlich. Die niedrigste Wassergebühr liegt 2026 bei 0,64 EUR/m³ und die höchste bei 6,28 EUR/m³; für die Schmutzwassergebühr sind es 0,73 EUR/m³ und 8,06 EUR/m³. Minimum und Maximum bei der Grundgebühr für die Wasserversorgung liegen bei rund 4 EUR/Jahr und 270 EUR/Jahr. Auch die Gebührenentwicklung zeigt in unterschiedliche Richtungen. In knapp der Hälfte der Gemeinden erhöhte sich die Wassergebühr (47 % der Gemeinden) bzw. Schmutzwassergebühr (44 % der Gemeinden), die in der Regel zusammen den größten Teil der Wasserrechnung ausmachen. Dagegen blieb in einer weiteren knappen Hälfte der Gemeinden die Wasser- bzw. Schmutzwassergebühr in gleicher Höhe bestehen und in 5 % bzw. 8 % der Gemeinden reduzierten sie sich.
Siedlungsstruktur, Topografie, der Sanierungsbedarf des Wasser- und Kanalnetzes, neue Anforderungen an die Abwasser- und Klärschlammbehandlung und zahlreiche weitere Faktoren beeinflussen die Wasser- und Abwassergebühren vor Ort. Der deutliche Einfluss der Gemeindegröße auf die Schmutzwassergebühren ist statistisch ableitbar. So übertrifft die durchschnittliche Schmutzwassergebühr in kleineren Gemeinden unter 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern – rund die Hälfte der Gemeinden im Land – mit 3,18 EUR/m³ deutlich den Landesdurchschnitt von 2,51 EUR/m³. Gebührenbelastend ist dort, dass sich der hohe Investitions- und Betriebsaufwand für Kanalisation und Kläranlagen auf wenige Einwohnerinnen und Einwohner verteilt.
Weitere Informationen
Der Begriff »Gebühr« wird verallgemeinernd für alle Entgelte verwendet. Einbezogen sind sowohl die öffentlich-rechtlichen Entgelte (Gebühren i. e. S.) für Wasser und Abwasser als auch die privatrechtlichen Entgelte (Preise) für Wasser.
Die Daten beziehen sich auf den Tarif für Haushaltskunden. Die verbrauchsbezogene Wassergebühr und die Grundgebühr für die Wasserversorgung enthalten die Mehrwertsteuer.
Die Durchschnittswerte sind einwohnergewichtet. Gemeinden mit mehr Einwohnern wirken sich daher stärker auf den Landesdurchschnitt aus als kleinere Gemeinden.
- Statistikdatenbank Baden-Württemberg: GENESIS-Datenbank: 32271 - Erhebung der Wasser- und Abwasserentgelte
- Themenseite: Wasserpreise
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