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Pressemitteilung 64/2026

Weiterhin in vielen Engpassberufen unterdurchschnittlicher Verdienst

Im Schnitt 736 Euro mehr pro Monat durch abgeschlossene Berufsausbildung.

Vollzeitbeschäftigte in Baden-Württemberg erhielten im April 2025 einen durchschnittlichen Bruttoverdienst von 5.034 Euro im Monat (ohne Sonderzahlungen) und damit 2,3 % (113 Euro) mehr als noch im Vorjahr (2024: +7,7 %). Dieses Durchschnittsgehalt bezieht sich auf die Wirtschaftszweige Land- und Fortwirtschaft, Fischerei, das Produzierende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich (Gesamtwirtschaft). Wie das Statistische Landesamt mitteilt, gibt es dabei nicht nur zwischen den verschiedenen Wirtschaftszweigen, sondern auch zwischen den unterschiedlichen Berufen zum Teil deutliche Verdienstunterschiede. Mit der Höhe des (Aus-)Bildungsabschlusses steigt zudem in der Regel auch die Höhe des Verdienstes.

Bei einem Blick auf die monatliche Bruttovergütung nach übergeordneten Berufsbereichen schneiden Berufe im Bereich „Land-, Forst-, Tierwirtschaft und Gartenbau“ mit im Schnitt 3.304 Euro brutto pro Monat beim Verdienst weiterhin am schlechtesten ab (+3,9 % gegenüber April 2024). Bei Berufen im Bereich „Naturwissenschaft, Geografie und Informatik“ liegt der Durchschnittsverdienst mit 6.074 Euro pro Monat (+2,2 % gegenüber April 2024) immer noch beinahe doppelt so hoch. Der Verdienstabstand zwischen beiden Berufsbereichen blieb damit in etwa konstant im Vergleich zum Vorjahr. Hierbei sind die Informatik- und anderen IKT-Berufe (Informations- und Kommunikationstechnik) mit 6.367 Euro brutto monatlich im Schnitt sehr hoch vergütet. Spitzenreiter waren im April 2025 Berufe rund um Unternehmensführung und -organisation mit durchschnittlich 6.502 Euro/Monat.

Für den Verdienst einer Person ist neben der Berufswahl auch der berufliche Ausbildungsabschluss von entscheidender Bedeutung. Je höher der (Aus-)Bildungsabschluss, desto höher ist in der Regel auch der Verdienst der Beschäftigten. Denn auch wenn der Durchschnittsverdienst von Arbeitnehmenden ohne Ausbildungsabschluss im April 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 % (191 Euro) auf 3.638 Euro brutto im Monat anstieg, lag dieser weiterhin deutlich unter der Vergütung, die mit einem anerkannten Berufsabschluss erzielt wurde. So erhielten im Südwesten Vollzeitkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung durchschnittlich 4.374 Euro brutto im Monat (+3,2 % zum Vorjahr) und damit 736 Euro mehr als solche ohne beruflichen Ausbildungsabschluss. Konnte ein Bachelorabschluss (5.562 Euro; -0,1 % zum Vorjahr) oder ein Meister-, Techniker-, oder Fachschulabschluss (5.692 Euro; +2,5 % zum Vorjahr) nachgewiesen werden, lag der Bruttomonatsverdienst noch einmal deutlich höher. Dabei wurde der Meister/Techniker im Vergleich zum April 2024 diesmal im Schnitt etwas höher (130 Euro) vergütet als ein Bachelorabschluss. Wiederum deutlich mehr verdienten Arbeitnehmende mit einem Master- oder gleichwertigen Abschluss mit durchschnittlich 7.237 Euro pro Monat (-0,9 %; April 2024: 7.300 Euro). Bei Vollzeitkräften mit Promotion oder Habilitation betrug der Durchschnittsverdienst sogar 9.272 Euro brutto im Monat (+5,4 % zum Vorjahr).

Investitionen in die (Aus-)Bildung lohnen sich also zumeist auch hinsichtlich der monetären Vergütung. Zumal deutschlandweit gut ausgebildete Fachkräfte dringend gesucht werden. Dies gilt auch für viele Ausbildungsberufe, bei denen es in Baden-Württemberg zum Teil deutliche Engpässe gibt. Dabei ergibt sich bei den von der Bundesagentur für Arbeit als Engpassberufe bewerteten Tätigkeiten, für die eine anerkannte Berufsausbildung benötigt wird, ein geteiltes Bild zur Vergütungssituation. So lag etwa die Bezahlung von Altenpflege-Fachkräften in Vollzeit mit 4.564 Euro pro Monat, Fachpersonal in der Gesundheits- und Krankenpflege mit 4.624 Euro pro Monat oder Fachkräfte in der Energie- und Kraftwerkstechnik mit 6.099 Euro/Monat im April 2025 über dem Durchschnittsverdienst von Beschäftigten mit Ausbildungsabschluss (4.374 Euro/Monat). Allerdings gibt es auch viele Ausbildungsberufe mit Fachkräftemangel, deren Vergütung 2025 zum Teil deutlich unter dem Durchschnittsverdienst für Personen mit anerkanntem Berufsabschluss angesiedelt war. Hierzu gehörten im April 2025 etwa Vollzeit-Fachkräfte im Back- und Konditoreiwarenverkauf (2.680 Euro/Monat), Fachkräfte für Hörgeräteakustik (3.142 Euro/Monat), Fachpersonal im Hotelservice (3.281 Euro/Monat), medizinische Fachangestellte (3.429 Euro/Monat) oder Fachpersonen in der Kunststoff- und Kautschukherstellung (3.837 Euro/Monat). Darüber hinaus verdienten verschiedene weitere Engpassberufe auch im Handwerk - trotz Verdienststeigerungen im Vergleich zum Vorjahr - im Schnitt weiterhin deutlich unter dem Durchschnittsverdienst von Personen mit anerkanntem Berufsabschluss. ‫ 

Weitere Informationen

Methodische Hinweise

Die hier dargestellten Ergebnisse stammen aus der Verdiensterhebung 2025 und beziehen sich auf den repräsentativen Erhebungsmonat April des Jahres. Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld werden beim hier dargestellten Bruttoverdienst nicht mit abgebildet.

Als Durchschnittswerte der Verdienste werden die jeweiligen arithmetischen Mittel ausgewiesen. Das arithmetische Mittel wird gebildet, indem die Summe aller Werte durch die Anzahl der Werte dividiert wird.

Die genannten Engpassberufe beruhen auf der Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) aus dem Jahr 2024. Zur Bestimmung der Engpassberufe werden verschiedene Indikatoren herangezogen. Unter anderem zum Beispiel die Relation zwischen Arbeitssuchenden mit der passenden Qualifikation (Berufsausbildung) und den offenen Stellen in diesem Bereich. Berücksichtigt wird auch, ob es im jeweiligen Beruf verhältnismäßig viele unbesetzte Stellen in Baden-Württemberg gibt oder wie lange es durchschnittlich dauert, diese zu besetzen (Vakanzzeit).

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