Zum Schulstart in Baden-Württemberg: Kinderunfälle im Straßenverkehr – neue und alte Gefahren
Während Kinderunfälle seit Jahrzenten zurückgehen, bergen vor allem E-Scooter und Pedelecs neue Gefahren.
Zum Schulstart im Südwesten zeigt das Statistische Landesamt Baden-Württemberg aktuelle Entwicklungen bei Kinderunfällen im Straßenverkehr auf. Im Jahr 2025 verunglückten 3.382 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr, ein Anstieg von 16 % im Vergleich zu 2024. Dabei gab es elf Tote, vier weniger als im Vorjahr, 299 Schwerverletzte (–7 %) und 3.072 Leichtverletzte (+20 %). Langfristig betrachtet ist die Entwicklung jedoch positiv: 1975 waren es noch 8.704 verunglückte Kinder, darunter 181 Tote. Seitdem hat sich die Zahl der Verunglückten um 61 % und die Zahl der Getöteten um 94 % reduziert. Seit 2008 liegen die Todesfälle bei unter 20 pro Jahr.
Wie in den Jahren zuvor waren die meisten Kinder mit dem Fahrrad (1.056 Kinder, 31 % der Verunglückten) oder als Mitfahrer in einem Pkw (964 Kinder, 29 %) unterwegs. Eine deutliche Veränderung zeigt sich dagegen bei Unfällen mit den neueren Mobilitätsformen: 275 Kinder verunglückten mit Elektrokleinstfahrzeugen (oft E-Scooter genannt, 8 %) sowie 199 Kinder mit Pedelecs (6 %). Obwohl diese Anteile an allen Kinderunfällen im einstelligen Prozentbereich liegen, sind die Steigerungen zum Vorjahr deutlich: Bei Elektrokleinstfahrzeugen liegt der Anstieg gegenüber 2024 bei 71 %, bei Pedelecs bei 58 %. Im Vergleich zu 2023 hat sich die Zahl der Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen sogar mehr als verfünffacht – von 53 auf 275.
Für Elektrokleinstfahrzeuge gilt ein Mindestalter von 14 Jahren und die Mitnahme weiterer Personen ist nicht erlaubt. Dennoch verunglückten 2025 insgesamt 117 Kinder unter 14 Jahren auf diesen Fahrzeugen – davon 87 fahrende und 30 mitfahrende Kinder. Unter ihnen waren zudem 15 Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren. Auch Pedelecs, für die keine Altersbeschränkung gilt, bergen aufgrund ihrer schnellen Beschleunigung Risiken: Hier waren 139 Kinder unter 14 Jahren betroffen, davon 112 fahrende und 27 mitfahrende Kinder – letztere etwa im Kindersitz oder Anhänger.
Bei Betrachtung aller Verkehrsbeteiligungsarten zeigt sich, dass vor allem Kinder im Alter von 10 bis unter 15 Jahren in Straßenverkehrsunfälle verwickelt waren (1.876 Kinder, 55 % aller Kinderunfälle). Mit Abstand folgten die Altersgruppen der 6- bis unter 10-Jährigen (910, 27 %) und unter 6 Jahren (596, 18 %). In allen Altersgruppen war 2025 ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Ein langjähriger Trend bleibt bestehen: Jungen (2.203, 65 %) verunglücken deutlich häufiger als Mädchen (1.179, 35 %). Zudem zeigt sich, dass die Zeit zwischen 16:00 und 18:00 Uhr die unfallträchtigste für unter 15-Jährige darstellt.
Trotz der gestiegenen Unfallzahlen bleibt positiv hervorzuheben, dass der Anteil der Kinder an allen Verkehrsunfällen (8 %) deutlich unter ihrem Bevölkerungsanteil (14 %) liegt.
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