Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bei 59 %
Weiterer Rückgang bei der Stromerzeugung aus Steinkohle, Anstieg bei Photovoltaik und Wasserkraft.
Im Jahr 2024 wurden in Baden-Württemberg nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes 34.067 Millionen Kilowattstunden (Mio. kWh) Strom erzeugt. Mit einem Rückgang von gut 8 % gegenüber dem Vorjahr sank die Bruttostromerzeugung des Landes erstmals auf ein Niveau, das zuletzt in der Zeit um 1980 herum verzeichnet wurde. Die Gründe dafür sind der Ausstieg aus der Kernenergie im April 2023 sowie der aufgrund des Kohleausstiegs sinkende Einsatz der Steinkohle zur Stromerzeugung. Zusätzlich wurde im Jahr 2024 weniger Strom aus Erdgas erzeugt.
Diagramm 1

Mit 7.776 Mio. kWh wurde 2024 im Südwesten 17 % weniger Strom aus Steinkohle erzeugt als im Vorjahr. Somit setzte sich der Rückgang bei der Stromerzeugung in Steinkohlekraftwerken im Jahr 2024 weiter fort (2023: -46 %). Der Steinkohleanteil am Strommix Baden-Württembergs lag im Jahr 2024 bei knapp 23 %. Die Stromerzeugung aus Erdgas lag 2024 bei 3.796 Mio. kWh und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um rund 6 % gesunken. Dadurch, dass die gesamte Bruttostromerzeugung im Jahr 2024 geringer war als im Vorjahr, blieb der Anteil des Erdgases am baden-württembergischen Strommix gegenüber 2023 nahezu unverändert und lag bei 11 %. Aus sonstigen nicht-erneuerbaren Energieträgern wurde gut 7 % des Stroms erzeugt. Dazu gehören unter anderem Heizöl, Braunkohle, Flüssiggas, nicht-biogener Abfall oder Pumpspeicherwasserkraftwerke ohne natürlichen Zufluss.
Im Jahr 2024 lieferten die erneuerbaren Energieträger mit 20.052 Mio. kWh rund 3 % mehr Strom als im Vorjahr. Somit ist der Beitrag der Erneuerbaren zur gesamten Bruttostromerzeugung auf knapp 59 % gestiegen. Mit einem Anteil von gut 20 % am Strommix des Landes blieb Photovoltaik im Jahr 2024 wie bereits in den Vorjahren der wichtigste erneuerbare Energieträger im Südwesten. Die Stromerzeugung aus Photovoltaik lag mit 6.898 Mio. kWh rund 7 % höher als im Vorjahr. Die regenerative Wasserkraft war 2024 mit einem Anteil von 15 % am Strommix des Landes der zweitwichtigste erneuerbare Energieträger in Baden-Württemberg. Mit 5.125 Mio. kWh stieg die Stromerzeugung aus der regenerativen Wasserkraft um 14 % gegenüber dem Vorjahr an. Mit einem Beitrag zur Stromerzeugung von 4.528 Mio. kWh beziehungsweise einem Anteil von gut 13 % war Biomasse der drittwichtigste erneuerbare Energieträger des Landes. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das einen Anstieg von rund 2 %. Die Stromerzeugung aus Windkraft betrug 3.292 Mio. kWh und ist gegenüber dem Jahr 2023 um 15 % gesunken. Aufgrund der insgesamt geringeren Bruttostromerzeugung im Jahr 2024 hat sich der Anteil der Windkraft am Strommix des Landes nur unwesentlich verändert und erreichte wie im Vorjahr rund 10 %.
Der Bruttostromverbrauch in Baden-Württemberg betrug 2024 insgesamt 61.703 Mio. kWh. Dieser umfasst den Stromverbrauch der Endverbraucher einschließlich der Netzverluste, dem Stromverbrauch im Umwandlungsbereich und dem Umwandlungseinsatz (zum Beispiel Pumpstromverbrauch). Um die Differenz zwischen dem Bruttostromverbrauch und der Bruttostromerzeugung auszugleichen, wurden 27.636 Mio. kWh Strom aus anderen Bundesländern und dem Ausland bezogen.