:: 293/2020

Pressemitteilung 293/2020

Stuttgart,

Vereinigte Staaten wichtigstes Zielland der Südwest-Exporte

Zur US-Präsidentschaftswahl am 3. November 2020

Die Südwestwirtschaft dürfte die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten am 3. November 2020 mit besonderem Interesse verfolgen, denn die Vereinigten Staaten sind ihr wichtigster Auslandskunde. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, gingen von Januar bis August 2020 Waren im Wert von 14,5 Milliarden (Mrd.) Euro von Baden-Württemberg in die Vereinigten Staaten. Dies waren knapp 12 % des Gesamtexports Baden-Württembergs (121,7 Mrd. Euro). Seit Jahresbeginn ist das Exportgeschäft mit den Vereinigten Staaten überdurchschnittlich stark von der Corona-Pandemie in Mitleidenschaft gezogen worden. Insbesondere im Aufholprozess ist es daher für die baden-württembergische Exportwirtschaft wünschenswert, dass die Beziehungen mit den Vereinigten Staaten von stabilen politischen Rahmenbedingungen geprägt sind und von Einschränkungen wie beispielsweise Strafzöllen verschont bleiben. Von Januar bis August 2020 exportierten die baden-württembergischen Unternehmen 13,6 % weniger Waren als im gleichen Zeitraum des Vorjahres in die Vereinigten Staaten. Zum Vergleich: Die Südwest-Ausfuhren nach China und in die benachbarte Schweiz, die mit Exportwerten von 11,0 Mrd. Euro bzw. 9,8 Mrd. Euro auf den Rängen 2 und 3 der wichtigsten Zielländer lagen, gingen gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum lediglich um 1,4 % bzw. 3,2 % zurück, die Gesamtexporte um 11,1 %.

Auch vor der Corona-Pandemie war die Dynamik im Exportgeschäft mit den Vereinigten Staaten unter der aktuellen US-Präsidentschaft hierzulande vergleichsweise schwach ausgeprägt. Im Zeitraum 2016 bis 2019 hatten die baden-württembergischen Exporte in die Vereinigten Staaten lediglich um insgesamt 8,3 % auf 25,2 Mrd. Euro zugenommen, während die Zuwachsraten beim Export in das zweitplatzierte China (16,4 Mrd. Euro) mit 18,1 % und das im Jahr 2019 drittplatzierte Frankreich (16,1 Mrd. Euro) mit 12,7 % deutlich höher gelegen hatten. Anders war dies noch in der davorliegenden Amtsperiode 2012 bis 2016, als die US-Exporte Baden-Württembergs noch mit einem Plus von 27,8 % mehr als dreimal so stark gestiegen waren. Seinerzeit war der Zuwachs im US-Exportgeschäft auch ein Vielfaches höher ausgefallen als bei den Ausfuhren nach China (+5,2 %) und Frankreich (−0,1 %).

Die Wirtschaftsbeziehungen Baden-Württembergs mit den Vereinigten Staaten haben über die Landesgrenzen hinaus große Bedeutung. Im Jahr 2019 stammten mit einem Wert von 25,2 Mrd. Euro 21,3 % der Ausfuhren Deutschlands in die Vereinigten Staaten (118,7 Mrd. Euro) aus Baden-Württemberg, ein deutlich höherer Anteil als bei den Ausfuhren insgesamt (15,4 %). Anders ausgedrückt ging mehr als jeder fünfte im Exportgeschäft Deutschlands mit den Vereinigten Staaten erwirtschaftete Euro auf das Konto Baden-Württembergs. In noch stärkerem Maße gilt dies für die in den Vereinigten Staaten am stärksten nachgefragten Güter »Made in Baden-Württemberg« wie Kraftwagen und Kraftwagenteile (7,9 Mrd. Euro) sowie Maschinen und pharmazeutische Erzeugnisse (5,4 bzw. 5,1 Mrd. Euro). Auf diese drei Gütergruppen entfielen fast drei Viertel des gesamten USA-Exports Baden-Württembergs (73,2 %). Bezogen auf den deutschlandweiten Export in die Vereinigten Staaten hatte Baden-Württemberg bei den pharmazeutischen Produkten sogar einen Anteil von über einem Drittel (35,4 %), bei den Kfz-Ausfuhren von 29,7 % und bei den Maschinen von 25,2 %. Infolge der Corona-Pandemie gingen die Südwest-Exporte in die Vereinigten Staaten von Januar bis August 2020 gegenüber dem Vorjahr insbesondere bei Kraftfahrzeugen und Maschinen zurück (−32,8 % bzw. −10,0 %), während pharmazeutische Produkte stärker gefragt waren (+7,7 %).

Schaubild 1: Außenhandel Baden-Württembergs mit den Vereinigten Staaten 1999 bis 2019
Schaubild 1: Außenhandel Baden-Württembergs mit den Vereinigten Staaten 1999 bis 2019
Tabelle 1
Außenhandel Baden-Württembergs insgesamt und mit den Vereinigten Staaten 1999 bis 2019*)
JahrExportImport
InsgesamtAnteil an Deutschlandin die Vereinigten StaatenAnteil Vereinigte Staaten an insgesamtAnteil Vereinigte Staaten an DeutschlandInsgesamtAnteil an Deutschlandaus den Vereinigten StaatenAnteil Vereinigte Staaten an insgesamtAnteil Vereinigte Staaten an Deutschland
Mill. EUR %Mill. EUR %

*) Vorläufige Ergebnisse.

Datenquelle: Außenhandelsstatistik.

199984.802,416,613.800,016,326,865.872,614,66.812,710,317,8
2000100.987,716,915.067,914,924,475.933,214,07.980,210,516,5
2001105.615,216,514.579,913,821,581.808,115,08.125,29,917,4
2002103.762,015,914.002,613,520,577.928,214,97.469,49,618,0
2003107.682,016,213.112,812,221,383.669,515,68.175,89,820,5
2004113.394,915,513.610,412,021,090.027,415,58.632,49,620,8
2005123.143,915,714.906,012,121,598.702,115,68.602,08,720,3
2006141.538,315,917.168,912,122,0115.398,015,611.523,110,023,1
2007149.798,715,515.112,810,120,6121.889,615,811.474,79,424,5
2008149.337,915,213.221,08,918,5127.737,115,811.593,79,124,5
2009123.301,215,310.180,48,318,7107.008,516,010.686,810,026,7
2010152.722,016,013.631,08,920,8126.294,715,810.547,68,422,8
2011171.909,716,215.810,59,221,4143.408,515,810.649,97,421,4
2012175.103,516,018.230,310,421,0139.426,715,410.768,07,720,6
2013173.298,615,918.670,510,820,9137.148,215,39.371,26,818,6
2014180.728,616,121.207,711,722,1145.435,415,99.903,96,819,4
2015195.987,616,425.847,313,222,7155.748,216,312.903,58,320,7
2016190.747,315,823.290,812,221,8161.119,716,812.334,67,720,6
2017200.234,915,724.575,212,322,0170.036,016,411.744,76,918,4
2018203.004,515,425.184,412,422,2178.259,216,311.285,86,317,0
2019205.110,915,425.221,612,321,3183.682,116,612.799,17,017,5
Schaubild 2: Exporte Baden-Württembergs in die Vereinigten Staaten 2019 und Januar bis August 2020 nach den 10 wichtigsten Gütergruppen
Schaubild 2: Exporte Baden-Württembergs in die Vereinigten Staaten 2019 und Januar bis August 2020 nach den 10 wichtigsten Gütergruppen
Tabelle 2
Exporte Baden-Württembergs und Deutschlands in die Vereinigten Staaten nach den 10 wichtigsten Gütergruppen*)
Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken, Ausgabe 2019 (GP 2019)Baden-WürttembergDeutschland
Mill. EURAnteil an insgesamtAnteil an DeutschlandVeränderung zum
Vorjahr
Mill. EURAnteil an insgesamtVeränderung zum
Vorjahr
%%

*) Vorläufige Ergebnisse, Stand: Oktober 2020.

Datenquelle: Außenhandelsstatistik.

 2019
Exporte insgesamt25.22210021,3+0,1118.659100+4,7
darunter
Kraftwagen und Kraftwagenteile7.93831,529,7+1,426.76822,6−1,4
Maschinen5.38521,425,2+2,121.33918,0+5,2
Pharmazeutische u.ä. Erzeugnisse5.14320,435,4−4,814.51412,2+4,3
Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse1.8747,416,4+0,811.4009,6+8,3
Elektrische Ausrüstungen1.3125,217,5+1,67.5206,3+8,7
Metallerzeugnisse6922,721,5−7,73.2242,7−0,5
Chemische Erzeugnisse5322,17,0+6,17.6396,4+3,9
Gummi- und Kunststoffwaren3521,412,9+1,52.7322,3+1,3
Metalle2180,95,4+8,84.0033,4−7,3
Papier, Pappe und Waren daraus1890,723,5−2,68030,7+1,2
 Januar - August 2020
Exporte insgesamt14.54010022,1−13,665.877100−17,0
darunter
Kraftwagen und Kraftwagenteile3.64025,031,9−32,811.41317,3−38,1
Maschinen3.19822,025,7−10,012.43818,9−13,6
Pharmazeutische u.ä. Erzeugnisse3.57924,633,3+7,710.74816,3+14,4
Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse1.1708,018,5−6,76.3179,6−17,8
Elektrische Ausrüstungen7825,417,2−11,64.5386,9−10,2
Metallerzeugnisse3842,620,5−16,91.8712,8−15,0
Chemische Erzeugnisse3542,47,0−2,35.0297,6−4,5
Gummi- und Kunststoffwaren2281,613,9−4,91.6442,5−11,0
Metalle1190,84,8−24,52.4613,7−9,4
Papier, Pappe und Waren daraus1100,823,3−10,94740,7−13,7