:: 7/2019

Statistisches Monatsheft Juni/Juli 2019

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

am 13. Juni 2019 wurde in der Sitzung des Landeswahlausschusses das endgültige Ergebnis der neunten Direktwahl zum Europäischen Parlament für Baden-Württemberg festgestellt. Mit einer Wahlbeteiligung von 64 % gaben insgesamt deutlich mehr Personen ihre Stimme ab, als noch bei der letzten Wahl 2014. Das entspricht einer Steigerung von 11,9 Prozentpunkten. Den höchsten Stimmenanteil errang mit 30,8 % erneut die CDU, gefolgt von den GRÜNEN mit 23,3 %. Besonders in kleineren Gemeinden konnte die CDU Wählerinnen und Wähler für sich gewinnen, während die GRÜNEN in Stadt- und Landkreisen mit hohem Akademikeranteil punkteten. Mehr zu den ausführlichen Ergebnissen und den regionalen Besonderheiten lesen Sie in unserem Titelbeitrag.

Im Jahr 2007 waren erstmalig mehr Beamtinnen als Beamte in der Landesverwaltung Baden-Württembergs tätig. Dieser Wandel wird auch 2018 noch deutlicher sichtbar: 57,6 % aller Verbeamteten des Landes sind weiblich. Mit einer Anzahl von 107 700 sind zudem nahezu doppelt so viele Beamtinnen im öffentlichen Dienst tätig als noch im Jahr 1990. Mehr dazu im Beitrag von Frank Brobeil.

Ich wünsche Ihnen viele neue Erkenntnisse für Ihre Arbeit.

Dr. Carmina Brenner, Präsidentin

Endgültige Ergebnisse der Europawahl 2019 in Baden-Württemberg

CDU weiterhin in kleinen Gemeinden besonders stark, GRÜNE punkten in Kreisen mit hohem Akademikeranteil

In der Sitzung des Landeswahlausschusses am 13. Juni 2019 wurde das endgültige Ergebnis der neunten Direktwahl zum Europäischen Parlament für Baden-Württemberg festgestellt. Im Folgenden werden die Ergebnisse der Europawahl 2019 in Baden-Württemberg genauer betrachtet.

Zensus 2021 – Das Steuerungsregister im Blickpunkt

Im Jahr 2021 führen die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder wieder einen Zensus durch. Wie bereits beim Zensus 2011 wird hierbei ein registergestütztes Verfahren angewandt. Im Mittelpunkt dieses Verfahrens steht zur Vorbereitung, Organisation und Durchführung des Zensus das zentral geführte anschriftenbezogene Steuerungsregister. Das Steuerungsregister ist im Zensusvorbereitungsgesetz 2021 geregelt und befindet sich derzeit im Aufbau. Es dient als Datengrundlage für die Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis, für die Erhebung an Anschriften mit Sonderbereichen und für die Gebäude- und Wohnungszählung, sowie zur Steuerung und Koordinierung der Abläufe im Zensus. Im vorliegenden Beitrag werden dessen Aufbau, die verwendeten Datenquellen und dessen Funktionen näher erläutert.

Digitalisierung am Arbeitsplatz

Wie nehmen Arbeitnehmer in Europa Veränderungen durch Digitalisierung an ihrem Arbeitsplatz wahr? Ergebnisse des IKT-Sondermoduls 2018 Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bei der Arbeit

Das Sondermodul der EU-weiten Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten – kurz IKT – bezog sich im Jahr 2018 auf die Computer- und Internetnutzung im Rahmen der bezahlten Haupterwerbstätigkeit und war von aktuell erwerbstätigen Personen ab 16 Jahren auszufüllen. Erfragt wurden beispielweise die Art und Häufigkeit der Nutzung von Computer, Laptop, Smartphone oder anderen tragbaren Geräten bei der Arbeit, die Einschätzung der eigenen Kompetenzen und ob sich die Charakteristika der Arbeit durch Einführung neuer Software oder computer­gesteuerter Geräte verändert hat.

Ergebnisse der Berufspendlerrechnung 2019

Gute Arbeitsmarktlage lässt Pendlerzahlen weiter steigen

Die Zahl der Berufspendler in Baden-Württemberg ist zwischen 2015 und 2017 erneut deutlich angestiegen. Dies dürfte vor allem auf die gute Konjunkturentwicklung und die damit einhergehende Beschäftigungszunahme zurückzuführen sein. Wie bereits in den Vorjahren nahm die Zahl derer, die täglich zur Arbeit aus ihrer Wohngemeinde auspendeln, stärker zu als die Zahl der Erwerbstätigen, die in ihrer Wohngemeinde arbeiten. Damit setzte sich der bereits seit mehreren Jahren zu beobachtende Trend der stetig steigenden Mobilität der Erwerbstätigen weiter fort. Der vorliegende Beitrag gibt anhand der aktuellsten Ergebnisse der alle 2 Jahre durchgeführten Berufspendlerrechnung einen Überblick über den Umfang der beruflichen Mobilität und die Richtung der Pendlerströme in Baden-Württemberg.

Erwerbstätigenentwicklung in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs im Zeitraum von 2007 bis 2017

Zunehmende Arbeitsplatzdichte in nahezu allen Stadt- und Landkreisen

Der Arbeitskreis Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder stellt jährlich Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit auf Kreisebene zur Verfügung. Im Januar 2019 wurden bereits vorläufige Kreiszahlen für das Berichtsjahr 2017 veröffentlicht. Dies ermöglicht eine zeitnahe Auswertung auf Ebene der Stadt- und Landkreise hinsichtlich der unterschiedlichen Stellung im Beruf, der Wirtschaftsstruktur sowie der Arbeitsplatzdichte. In diesem Beitrag wird auf die Entwicklungen im Zeitraum 2007 bis 2017 näher eingegangen. So zeigt sich beispielsweise eine ansteigende Erwerbstätigkeit in 43 der 44 Stadt- und Landkreise des Landes. Für die Anzahl der Selbstständigen und marginal Beschäftigten ist dagegen ein abnehmender Trend in den meisten Kreisen Baden-Württembergs festzustellen. Der generelle Strukturwandel hin zur Dienstleis­tungsgesellschaft ist weiterhin erkennbar, dennoch erhöhte sich in einigen Landkreisen die Erwerbstätigenzahl im Produzierende Gewerbe sogar stärker als im Dienstleistungsbereich. Die Arbeitsplatzdichte, ein Indikator über den Versorgungsgrad der Bevölkerung mit Arbeitsplätzen, nahm in nahezu allen Stadt- und Landkreisen zu.

Wie gut sind die Haushalte in Baden-Württemberg mit Gebrauchsgütern und Versicherungen ausgestattet?

Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2018

Die Ausstattung der privaten Haushalte mit Gebrauchsgütern gilt als ein Gradmesser für den aktuellen Lebensstandard der Bevölkerung. Versicherungen dienen vor allem der Risikoabsicherung und der Altersvorsorge der privaten Haushalte und insofern auch dem Erhalt dieses Lebensstandards heute und in Zukunft. Die Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2018 zeigen für Baden-Württemberg insgesamt einen hohen Ausstattungsgrad. Unterschiede zwischen den Haushalten zeigen sich allerdings bei der Differenzierung nach dem Einkommen der Haupteinkommenspersonen.

Verdienste in Baden-Württemberg – Ergebnisse der Vierteljährlichen Verdiensterhebung 2018

Bei steigenden Verdiensten schließt sich die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen nur langsam

Die Verdienste der Beschäftigten in Baden-Württemberg sind auch im Jahr 2018 wieder gestiegen. Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst betrug für Vollzeitbeschäftigte 4 158 Euro und lag damit gut 2 % über dem des Vorjahres. Je nach Branche, Arbeitszeitmodell, beruflicher Qualifikation und Geschlecht sind allerdings erhebliche Verdienstunterschiede zu beobachten.

Am Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern hat sich in den letzten 10 Jahren wenig getan. Im Jahr 2018 kamen Männer in Baden-Württemberg im Durchschnitt auf einen Bruttostundenverdienst von 26,08 Euro, Frauen hingegen nur auf 20,56 Euro. Unabhängig von der Art der Berechnung des Gender Pay Gap ist die Lücke seit 2008 um weniger als 3 Prozentpunkte geringer geworden.

Im Blickpunkt: Die Stadt Ellwangen

In der Serie Im Blickpunkt steht dieses Mal die Stadt Ellwangen im Ostalbkreis. Aus dem Landesinformationssystem Baden-Württemberg (LIS) lassen sich für Ellwangen wie für jede andere Gemeinde des Landes interessante Erkenntnisse zur Struktur und Entwicklung gewinnen. Besonders herausgehoben werden an dieser Stelle die Bevölkerungsentwicklung, die Wohn- und die Beschäftigtensituation.

Einige Aspekte zur Industriellen Revolution im Königreich Württemberg

Im Zuge der Industriellen Revolution ist in großen Teilen Europas und somit auch im Königreich Württemberg eine völlig neuartige Form menschlichen Zusammenlebens geschaffen worden, in der kaum mehr Spuren der jahrtausendealten bisherigen Daseinsordnung zu erkennen sind. Die Industrielle Revolution führte zu einer stark beschleunigten Entwicklung von Technik, Produktivität und Wissenschaften, die, begleitet von einer starken Bevölkerungszunahme, mit einer neuartigen Zuspitzung sozialer Missstände einherging. Der Prozess der Industriellen Revolution hat die moderne Welt und somit auch einen der Vorläuferstaaten unseres Bundeslandes nachhaltig bis in unsere Zeit geprägt.