Konjunktur Südwest

moderates Wachstum mit viel Gegenwind

Konjunktur bezeichnet die kurzfristigen Schwankungen in der wirtschaftlichen Entwicklung einer Volkswirtschaft. Nachfrage- und angebotsseitige Veränderungen führen zu Schwankungen in der Auslastung des Produktionspotenzials. Ursachen für diese Schwankungen können sowohl endogene Faktoren  (zum Beispiel große Firmeninsolvenz) als auch exogene Faktoren (zum Beispiel tarifäre Veränderungen) sein. Die konjunkturelle Situation Baden-Württembergs lässt sich anhand von verschiedenen Indikatoren einordnen. Informationen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, der Umsätze und Auftragseingänge in verschiedenen Wirtschaftsbereichen, zur Preisentwicklung sowie zum Arbeitsmarkt und zur Beschäftigungssituation im Land finden Sie auf dieser Seite „Konjunktur Südwest“. Diese bietet ein umfassendes Datenangebot zur Gesamtwirtschaft und zu einzelnen Wirtschaftsbereichen.

Wirtschaftsleistung

Die baden-württembergische Wirtschaft ist dynamisch in das neue Jahr gestartet. Nach erster indikatorgestützter Berechnung des realen Bruttoinlandsprodukts  (BIP) legte die Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2026 mit 0,9 % zum Vorjahresquartal und saison- und arbeitstäglich bereinigt um 1,2 % gegenüber dem Vorquartal deutlich zu. Die Ergebnisse beruhen auf einem Schätzmodell und können im laufenden Jahr noch Unsicherheiten aufweisen.

Längerfristig verringert sich das Negativwachstum der gleitenden Jahreswachstumsrate für das BIP über die letzten 4 Quartale hinweg. Über den Zeitraum vom 1. Quartal 2025 bis zum 1. Quartal 2026 sank das BIP im Durchschnitt um 0,2 %. Der aus Frühindikatoren wie den Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe oder dem L-Bank-ifo-Geschäftsklimaindex zusammengefasste Konjunkturindikator stellt für die nächsten Quartale einen Abschwung der gleitenden Jahreswachstumsrate in Aussicht.

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Konjunktur

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Inlandsnachfrage

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen, wie hoher Energie- und Rohstoffpreise, entwickelten sich die Umsätze der Südwestindustrie recht robust. Nach dem langen Abwärtstrend der Inlandsumsätze im Verarbeitenden Gewerbe seit Mitte 2023, sind diese in der ersten Jahreshälfte 2026 erstmals wieder aufwärtsgerichtet. Die realen Inlandsumsätze im Verarbeitenden Gewerbe stiegen im 1. Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 1,9 %. Im Vorjahresvergleich blieben die Inlandserlöse damit auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Im 2. Quartal legten die Inlandsumsätze gegenüber dem Vorquartal um 0,3 % und gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,7 % zu. 

 

Im 1. Quartal verzeichneten die beiden umsatzstärksten Branchen Baden-Württembergs, die Automobilindustrie und der Maschinenbau Umsatzzuwächse in Höhe von 2,5 % bzw. 1,0 % im Vergleich zum Vorquartal, die sich im 2. Quartal fortsetzten (+4,3 % bzw. +0,7 %). Dementsprechend stiegen die Umsätze der Investitionsgüterproduzenten, denen unter anderem die beiden Branchen zuzuordnen sind. 

Die Auftragseingänge geben einen Hinweis darauf, wie sich Produktion und Umsätze in der Industrie voraussichtlich entwickeln könnten. Die baden-württembergischen Aufträge sind im Inland bereits seit Ende 2024 aufwärtsgerichtet. Im 1. Quartal gingen die Inlandsaufträge gegenüber dem Vorquartal um 12,5 % zurück. Ursächlich hierfür ist das maßgeblich durch Großaufträge beeinflusste hohe Niveau des Vorquartals. Im 2. Quartal setzte sich der Aufwärtstrend fort, was sich kurzfristig positiv auf die Umsatzentwicklung im Inland auswirken könnte.1

Auslandsnachfrage

Die Südwestindustrie profitierte von steigenden Exporten und einem belebten Auslandsgeschäft. Im Verarbeitenden Gewerbe lag der Auslandsumsatz im 1. Quartal 2026 um 2,8 % über dem Vorquartal und erhöhte sich im 2. Quartal um weitere 2,2 %. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Auslandserlöse im 1. Quartal um 0,9 % an und im 2. Quartal um 1,5 %.

 

Im 1. Quartal stiegen insbesondere die Auslandsumsätze in der Automobilindustrie mit 10,9 % zum Vorquartal an. Im 2. Quartal verzeichnete die Branche ebenfalls ein Umsatzplus (+4,5 %). Die Maschinenbauumsätze sanken in den ersten beiden Quartalen gegenüber dem jeweiligen Vorquartal um 1,6 % bzw. 1,5 %. 

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe aus dem Ausland stiegen im 1. Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal kurzfristig um 2,1 % an, woraufhin sie im nachfolgenden Quartal wieder zurückgingen (–1,4 %) und ihre Abwärtsdynamik der letzten Quartale fortsetzten. So fällt der Ausblick trotz aktuell leicht steigender Umsatzentwicklung verhalten aus.1

 

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Industriekonjunktur

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Branchen

In Baden-Württemberg ist die Industrie ein bedeutender Wirtschaftsbereich. Das Verarbeitende Gewerbe trägt insgesamt etwa 30 % zur gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung bei. Die steigenden Umsätze im Inland und im Ausland führten im 1. Quartal insgesamt zu einem preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigten Umsatzplus im Verarbeitenden Gewerbe von 2,5 % gegenüber dem Vorquartal. Im 2. Quartal schwächte sich der Zuwachs etwas ab (+1,3 %).

Besonders die umsatzstarke Automobilindustrie verzeichnete, unter anderem durch das starke Auslandsgeschäft, im 1. und 2. Quartal einen Umsatzanstieg von 8,2 % bzw. 4,5 %. Der Maschinenbau registrierte aufgrund von Einbußen im Ausland in den ersten beiden Quartalen einen Rückgang der Erlöse (−0,6 % bzw. −0,8 %). Längerfristig zeigt sich besonders die Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen sowie die Pharmaindustrie umsatzstark.

Das Verarbeitende Gewerbe verzeichnete im 1. Quartal einen saison- und arbeitstäglich bereinigten Rückgang der realen Auftragseingänge um 2,2 % zum Vorquartal, was besonders auf das hohe Auftragsminus im Inland zurückzuführen ist. Im 2. Quartal zeigten sich erneut rückläufige Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe gegenüber dem Vorquartal.

Der Auftragseingang der Automobilindustrie verzeichnete im 1. Quartal einen Rückgang (−1,8 %), legte im 2. Quartal jedoch wieder zu (+1,0 %). Im Maschinenbau nahmen die Bestellungen in den ersten beiden Quartalen zu (+4,8 % bzw. +1,9 %). In der Herstellung von Metallerzeugnissen ging die Nachfrage im 1. Quartal um 27,1 % und im 2.  Quartal um 5,3 % zurück. Allerdings befand sich die Auftragslage zuvor auf einem sehr hohen Niveau. Starke Nachfragezuwächse hatten seit mehreren Quartalen die Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen sowie die Pharmaindustrie vorzuweisen. Angesichts des Rückgangs der Auftragseingänge deutet sich somit eine verhaltene Entwicklung für die kommenden Monate in der Industrie an. Die steigende Umsatzentwicklung dürfte unter anderem durch kurzfristige Vorzieheffekte oder die Verknappung des Angebots asiatischer Unternehmen, die stärker von der Blockade der Straße von Hormus betroffen sind, begünstigt worden sein. 

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Industriekonjunktur

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Bereiche

Zum Baugewerbe zählen das Bauhauptgewerbe mit den Bereichen Hoch- und Tiefbau sowie das Ausbaugewerbe. In Baden-Württemberg trägt das Baugewerbe 4,6 % zur Wirtschaftsleistung bei. Die Umsätze im Bauhauptgewerbe stiegen im 1. Quartal 2026 saison- und kalenderbereinigt um 1,0 % zum Vorquartal. Zum Umsatzwachstum trug der Tiefbau (+4,4 %) bei, die Erlöse im Hochbau gingen um 1,4 % zurück. Im 2. Quartal dürften die Umsätze laut April- und Maidaten erneut steigen. Die Umsätze im Ausbaugewerbe gingen im 1. Quartal um 1,7 % zurück. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden im Bauhauptgewerbe nahm im 1. Quartal saison- und arbeitstäglich bereinigt um 1,0 % zu. Im Tiefbau leisteten die Beschäftigten 2,8 % mehr Arbeitsstunden als im Vorquartal, im Hochbau um 1,0 % weniger. Im Ausbaugewerbe stieg die Stundenzahl um 1,5 %. Im 2. Quartal dürfte das Stundenvolumen im Hochbau und Tiefbau zulegen, und somit im Bauhauptgewerbe insgesamt um etwa 1,6 % steigen. Steigende Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe deuten für die Entwicklung in den nächsten Quartalen auf eine positive Wachstumsdynamik der Branche hin. Im 1. Quartal 2026 stiegen diese um 6,8 % zum Vorquartal, im 2. Quartal legt das Ordervolumen laut verfügbaren Daten erneut zu.2

 

 

Handel und Gastgewerbe machen in Baden-Württemberg etwa 10 % bzw. 1,5 % der Wirtschaftsleistung aus. Im Großhandel stiegen die preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigten Umsätze im 1. Quartal 2026 um 0,4 % zum Vorquartal, besonders im Handelsbereich mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik (+4,7 %). Im April gingen die Großhandelsumsätze gegenüber dem 1. Quartal zurück. Die Erlöse im Einzelhandel blieben im 1. Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal nahezu unverändert (+0,1 %). Laut verfügbarer April- und Mai-Daten dürften die Erlöse im 2. Quartal sinken. Während die meisten Einzelhandelsbranchen in den ersten beiden Quartalen 2026 rückläufige Umsätze verzeichneten, wurden auch im Einzelhandel zunehmend Geräte der Informations- und Kommunikationstechnik abgesetzt. Im 1. Quartal stiegen die Erlöse zum Vorquartal um 3,5 %, im 2. Quartal voraussichtlich um etwa 4,0 %. Die Apotheken verzeichneten im 1. Quartal ebenfalls einen Anstieg (+1,0 %), der sich im 2. Quartal wohl in ähnlicher Höhe wiederholen könnte. Die Umsätze im Kfz-Handel stiegen im 1. Quartal um 1,5 % an. Verfügbare Daten für April weisen auf einen möglichen Rückgang der Erlöse im 2. Quartal hin. Im Gastgewerbe blieben Umsatzsteigerungen weiterhin aus. Im 1. Quartal sanken die Gastgewerbeumsätze um 2,3 % zum Vorquartal, sowohl in Beherbergungsbetrieben (−0,4 %) als auch in der Gastronomie (–2,9 %). Im 2. Quartal lassen die April- und Mai-Daten einen erneuten Rückgang erwarten.

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Binnenhandel

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Bauen

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Preisentwicklung

Die Inflationsrate, die als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahreszeitraum gemessen wird, ist in Baden-Württemberg im 2. Quartal 2026 durchschnittlich auf 2,4 % angestiegen. Damit rückte die Teuerung wieder etwas vom Zielbereich der Europäischen Zentralbank ab, die zur Gewährleistung der Preisniveaustabilität einen Wert leicht unterhalb der Marke von 2 % anstrebt. In den Quartalen zuvor hatte der Preisauftrieb bei 2,1 % bzw. 2,2 % gelegen.

 

Inflationsfördernd waren im 2. Quartal 2026 nach wie vor die Dienstleistungen insgesamt, deren preisliche Erhöhung mit 2,7 % gegenüber den Vorquartalen jedoch weiter nachließ. Darunter sank die Inflation bei den Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen von 3,5 % im 1. Quartal auf 3,0 % im 2. Quartal. Die andauernden Kriegshandlungen im Nahen Osten und der US-Angriff auf den Iran machen sich seit März 2026 auf dem Rohölmarkt und dadurch auch auf Verbraucherebene bemerkbar: So verteuerte sich Heizöl gegenüber dem Vorjahresquartal um 17,8 %, der Preis für Kraftstoffe stieg um 17,2 %. Damit war Heizöl zum ersten Mal seit Ende 2022 wieder teurer als im entsprechenden Vorjahresquartal. Ohne die von der Bundesregierung verabschiedete Energiesteuersenkung („Tankrabatt“) für die Monate Mai und Juni hätte die Preiserhöhung an den baden-württembergischen Tankstellen eventuell noch höher ausfallen können.

 

Inflationsdämpfend wirkten im 2. Quartal 2026 vor allem die preislichen Entwicklungen bei der Haushaltsenergie, das heißt Strom, Gas und anderen Brennstoffen, sowie den Nahrungsmitteln. Da Heizöl nur einen geringen Anteil an den Konsumausgaben der privaten Haushalte ausmacht, mussten Verbraucherinnen und Verbraucher für Haushaltsenergie im genannten Quartal immer noch durchschnittlich 1,5 % weniger zahlen als ein Jahr zuvor (1. Quartal: −3,1 %). Die seit Jahresbeginn umgesetzten Maßnahmen der Bundesregierung zur Entlastung bei den Energiekosten dürften hierbei auch eine Rolle spielen. Bei Nahrungsmitteln betrug die Teuerungsrate 0,5 %, nachdem sie im 1. Quartal 2026 vorübergehend wieder auf 1,3 % angestiegen war. Weitere Bereiche, die sich im 2. Quartal 2026 binnen Jahresfrist unterdurchschnittlich verteuerten, waren beispielsweise Bekleidung und Schuhe (+0,4 %), Gesundheit (+1,3 %) oder Freizeit, Unterhaltung und Kultur (+2,0 %).

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Verbraucherpreisindex

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Die Entwicklung auf den vorgelagerten Handelsstufen, wo beispielsweise die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte oder die Großhandelsverkaufspreise angesiedelt sind, gilt als Frühindikator für zukünftige Inflationstendenzen auf nachgelagerten Stufen im Wirtschaftsprozess, zum Beispiel auf Verbraucherebene. Im Zuge der Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten legten insbesondere die Preise für Mineralöl stark zu. Dies wirkte sich auch auf die Erzeugerpreise aus, die sich im 2. Quartal mit einem Zuwachs von 1,9 % erstmals seit Beginn des Jahres 2025 wieder über dem Niveau des Vorjahresquartals bewegten. Die Großhandelsverkaufspreise zogen weiter an: Der Index lag im 2. Quartal um ganze 5,7 % höher als im entsprechenden Vorjahresquartal, nachdem der Zuwachs im 1. Quartal bereits auf 2,2 % gestiegen war. 

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Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte

Destatis

Großhandelsverkaufspreisindex

Destatis

Beschäftigung

Als zentraler Teil der baden-württembergischen Wirtschaft spielt das Verarbeitende Gewerbe für die Beschäftigung und Wertschöpfung im Land eine wichtige Rolle. In den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes mit mindestens 50 Beschäftigten ist die Beschäftigungsentwicklung mittlerweile seit dem 3. Quartal 2024 rückläufig. Waren im 1. Quartal 2026 durchschnittlich 30.100 Personen weniger als im Vorjahresquartal in der Südwestindustrie beschäftigt, erhöhte sich das Minus im 2. Quartal auf 30.400, was jeweils einem relativen Beschäftigungsrückgang von 2,6 % zum Vorjahresquartal entspricht. Mehr als die Hälfte dieser Lücke ist dabei auf die beiden personalintensivsten Industriezweige zurückzuführen: Im Maschinenbau (1. Quartal: −9.900 bzw. −3,4 %; 2. Quartal: −10.600 bzw. −3,7 %) und in der Automobilindustrie (1. Quartal: −8.400 bzw. −4,0 %; 2. Quartal: −9.400 bzw. −4,5 %) schrumpfte die Beschäftigtenzahl gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal absolut am stärksten. 

 

Weiterhin starke Einbußen verzeichneten auch die Herstellungsbereiche Metallerzeugnisse sowie Elektrische Ausrüstungen. Die Chemische und Pharmazeutische Industrie trotzte der negativen Gesamtentwicklung im 1. und 2. Quartal 2026 und registrierte derweil mehr Beschäftigte als ein Jahr zuvor: Während der Personalbestand im Bereich Pharmazie um rund 700 bzw. 600 Beschäftigte (+2,2 % bzw. +2,1 %) aufgestockt wurde, gab es in der Chemischen Industrie bei weiter nachlassender Dynamik in beiden Quartalen binnen Jahresfrist immerhin noch ein Plus von 100 Personen (+0,2 %).

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Industriekonjunktur

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Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im 1. Quartal 2026 durchschnittlich 4,92 Millionen Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt und demzufolge 14.400 (−0,3 %) weniger als ein Jahr zuvor. Nachdem der Beschäftigungszuwachs ab dem 1. Quartal 2022 kontinuierlich abgenommen hatte, war dies nun bereits das zweite Quartal mit geringerer Beschäftigtenzahl als im entsprechenden Vorjahresquartal (4. Quartal 2025: −4.200 bzw. −0,1 %). Gegenüber dem Vorquartal hat sich die Beschäftigtenzahl saisonbereinigt ebenfalls leicht verringert (−0,2 %). 

 

Die durchschnittliche Arbeitslosenzahl in Baden-Württemberg ist im 2. Quartal 2026 mit 299.300 knapp unter die Marke von 300.000 Personen gefallen (1. Quartal: 306.800). Rechnet man regelmäßige jahreszeitliche Schwankungen heraus, fiel die Veränderung zum Vorquartal mit 0,8 % jedoch weiterhin positiv aus. Damit nimmt die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit nun bereits seit dem 2. Quartal 2022 durchgängig zu. Gegenüber dem Vorjahresquartal verringerte sich die Zunahme der Arbeitslosenzahl weiter (2. Quartal 2026: +3,3 %; 1. Quartal 2026: +4,7 %; 4. Quartal 2025: +6,9 %). Die durchschnittliche Arbeitslosenquote fiel von 4,8 % im 1. Quartal 2026 auf 4,6 % im 2. Quartal.

 

Nach vorläufigen hochgerechneten Ergebnissen verringerte sich die durchschnittliche Zahl der Personen in konjunktureller Kurzarbeit in Baden-Württemberg zuletzt von 43.900 im 4. Quartal 2025 auf 34.000 im 1. Quartal 2026. Folglich befanden sich zu dem Zeitpunkt 0,7 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in konjunkturell bedingter Kurzarbeit. Damit lag die Kurzarbeiterquote im Südwesten im Anfangsquartal 2026 weiterhin fast doppelt so hoch wie bundesweit, was auch auf die starke Industrieprägung Baden-Württembergs zurückzuführen ist. Besonders stark fällt die Inanspruchnahme von Kurzarbeit nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im Verarbeitenden Gewerbe aus, insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie. Ein Jahr zuvor, im 1. Quartal 2025, hatte die konjunkturelle Kurzarbeit in Baden-Württemberg mit 70.300 Personen das höchste Niveau seit Anfang 2022 erreicht. 

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Arbeitsagentur

Bundesagentur für Arbeit

Beschäftigungsstatistik

statistik.arbeitsagentur.de

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung

statistik.arbeitsagentur.de

Konjunktur international

Seit Februar 2026 ist die Weltwirtschaft besonders geprägt vom Irankrieg und der damit einhergehenden Sperrung der Straße von Hormus, die deutlich gestiegene Ölpreise zur Folge hatte. Die Wirtschaftsleistung in den USA setzte im 1. Quartal 2026 ihren Expansionskurs mit einem Zuwachs des saison- und arbeitstäglich bereinigten BIP von 0,5 % zum Vorquartal fort, verliert jedoch zunehmend an Dynamik. Im Euroraum, der seit 1. Januar 2026 mit dem Beitritt von Bulgarien 21 Länder umfasst, sank die Wirtschaftsleistung zum Vorquartal um 0,2 %. Diese Entwicklung ist überwiegend auf Irland zurückzuführen, wo eine kleine Anzahl multinationaler Unternehmen ansässig ist, die das irländische BIP im 1. Quartal rechnerisch stark negativ beeinflussten. Unter den großen Volkswirtschaften im Euroraum verzeichnete Frankreich im 1. Quartal einen leichten Rückgang von 0,1 %, während Deutschlands und Italiens Wirtschaftsleistung mit 0,3 % jeweils moderat anstieg. Spaniens BIP expandierte um 0,6 % im Vergleich zum Vorquartal und setzt damit den anhaltenden Aufschwung fort. Die Wirtschaftsleistung in Baden-Württemberg legte im 1. Quartal nach vorläufigen Zahlen um 1,2 % gegenüber dem letzten Jahresviertel 2025 spürbar zu.

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Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Statistisches Bundesamt

Die baden-württembergischen Exporte entwickeln sich weiterhin positiv. Im 1. Quartal 2026 stiegen die Ausfuhren nominal um 4,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal an. Insgesamt führte Baden-Württemberg dabei Waren im Wert von 64 Milliarden Euro aus. Trotz anhaltend sinkender Ausfuhren sind die USA der wichtigste Absatzmarkt von Südwestexporten. So lagen die Exporte mit 8,1 Milliarden Euro um 7,3 % unter dem Vorjahreswert. Mit einem Anstieg von 27 % wiesen die Ausfuhren der Südwestunternehmen in die Schweiz im 1. Quartal erneut eine starke Entwicklung auf. Mit ausgeführten Waren im Wert von 7,7 Milliarden ist das Nachbarland zweitgrößter Abnehmer der Südwestexporte. Einen enormen Zuwachs in Höhe von 49,5 % verzeichnete das Ausfuhrgeschäft mit dem Vereinigten Königreich. Unter den wichtigsten Zielländern gab es mit einem Minus von 22,3 % den deutlichsten Rückgang beim Export in die Volksrepublik China.

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Außenhandel

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1 Die betrachteten Veränderungsraten der Inlands- und Auslandsumsätze gegenüber dem Vorjahresquartal sind preis- und arbeitstäglich bereinigt, die gegenüber dem Vorquartal zusätzlich saisonbereinigt.

2 Dabei ist jedoch zu beachten, dass es sich um nominale Werte handelt. Das heißt, die Werte sind nicht inflationsbereinigt. Daher sind die positiven Veränderungsraten auch Preissteigerungen geschuldet.

Konjunkturindikatoren im Überblick 

Konjunkturspiegel Baden-Württemberg 

Methodische Hinweise 

Auf dieser Seite werden für einige Wirtschaftszweige des Verarbeitenden Gewerbes für ein besseres Verständnis Kurzbezeichnungen verwendet, die von den Bezeichnungen der „Klassifikation der Wirtschaftszweige (Ausgabe 2008)" abweichen. Eine Übersicht dieser Kurzbezeichnungen ist auf der Themenseite „Industrie, Verarbeitendes Gewerbe" im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes zu finden. 

Ein Teil der in Konjunktur Südwest analysierten Zeitreihen wird auf Basis der Ursprungswerte saison- und arbeitstäglich bereinigt. Hierbei kommt das Berliner Verfahren BV 4.1 zum Einsatz.