Skip to main content Skip to page footer
Pressemitteilung 33/2025

Schülervorausberechnung: Bis 2038 werden weitgehend stabile Schulabgängerzahlen erwartet

2032 werden wegen der G9 Einführung nur wenige Absolventinnen und Absolventen Hochschulreife erwerben.

In den letzten Jahren wurde demographisch bedingt ein deutlicher Rückgang der Schulabgängerzahlen ermittelt. Für die nächsten 15 Jahre wird erwartet, dass sich der Rückgang nicht fortsetzen wird. Die Zahl derer, die mit frisch erworbenem allgemeinbildendem Schulabschluss von allgemeinbildenden und beruflichen Schulen abgehen, wird sich bei jährlich gut 140.000 stabilisieren. Das sind jährlich gut 30.000 weniger als im Zeitraum 2005 bis 2015, stellt das Statistische Landesamt Baden-Württemberg fest. 

Erst ab dem Jahr 2039 wird ein erneuter und anhaltender Rückgang der Zahlen erwartet.  Dieser beruht im Wesentlichen auf der Geburtenentwicklung der letzten 20 Jahre. Diese Entwicklung könnte nur gebremst werden, in dem verstärkt Minderjährige und junge Erwachsene nach Baden-Württemberg zuziehen. Die Zusammenhänge sind in einem kürzlich erschienenen Monatsheftartikel zur Schülervorausberechnung 2025 genauer dargestellt.

Durch die von der Landesregierung beschlossene Abschaffung der Möglichkeit an Haupt-/Werkrealschulen einen Werkrealschulabschluss zu erwerben, wird eine deutliche Zunahme der Zahl der Hauptschulabschlüsse ab dem Abgangsjahr 2029 auf gut 28.000 erwartet (2024 rund 22.400). Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die eine Fachhochschulreife erwerben, wird hingegen voraussichtlich auf knapp 11.000 zurückgehen (2024 rund 12.400). Der mittlere Schulabschluss wird weiterhin der häufigste Schulabschluss bleiben, mit jährlich rund 54.000 Abgängerinnen und Abgängern. Es wurde jedoch ein leichter Rückgang vorausberechnet (2024 rund 55.700), die Zahl der erreichten Hochschulzugangsberechtigungen wird hingegen voraussichtlich leicht auf knapp 44.000 ansteigen (2024 rund 42.900). 

Im Jahr 2032 werden voraussichtlich nur knapp 19.000 Schülerinnen und Schüler eine Hochschulreife erwerben. Dies sind weniger als die Hälfte eines normalen Jahrgangs. Ursache hierfür ist die flächendeckende Wiedereinführung des 9-jährigen Gymnasiums. Dies wird sich stark auf die Zahl der Studienanfänger im Wintersemester 2032/33 auswirken. Auch für die duale Berufsausbildung werden in diesem Jahr deutlich weniger Bewerberinnen und Bewerber mit Hochschulreife zur Verfügung stehen. Ebenso werden auch andere Schularten des beruflichen Schulsystems von der niedrigeren Schulabgängerzahl betroffen sein.

Da die Zahl der allgemeinbildenden Schulabschlüsse voraussichtlich vorerst nicht weiter zurückgehen wird, nimmt aller Voraussicht nach auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler an beruflichen Schulen in den nächsten Jahren nicht weiter ab. Vielmehr wird die Schülerzahl an beruflichen Schulen bis zum Schuljahr 2030/31 voraussichtlich sogar wieder um rund 9.000 bzw. 2,3 % auf gut 400.000 zunehmen. Nach der Schülervorausberechnung 2025 des Statistischen Landesamtes folgen darauf zwei Jahre Rückgang, um dann zum Schuljahr 2037/38 wieder auf rund 408.000 zu steigen.

Teilzeit-Berufsschulen, an denen der schulische Teil der dualen Berufsausbildung absolviert wird, sind die bei weitem stärkste Schulart der beruflichen Schulen. Die Schülerzahl dort könnte von 176.400 im Schuljahr 2024/25 auf knapp 193.000 im Schuljahr 2037/38 steigen. Bezüglich der Vorausberechnung der Schülerzahl an beruflichen Schulen ist zu beachten, dass die Schülerzahl insbesondere an Teilzeit-Berufsschulen stark vom Ausbildungsplatzangebot bestimmt wird und dieses auch konjunkturellen Schwankungen unterliegt. Deshalb ist die Vorausberechnung der Schülerzahl an beruflichen Schulen mit deutlich höherer Unsicherheit verbunden, als dies für allgemeinbildende Schulen der Fall ist.

Die Schülervorausberechnung zeigt eine deutliche Verschiebung von Berufsfachschulen hin zu Vollzeit-Berufsschulen. Dies ist einer Stärkung der Bildungsgänge Ausbildungsvorbereitung und Ausbildungsvorbereitung dual geschuldet, die an Berufsschulen in Vollzeit unterrichtet werden und das Vorqualifizierungsjahr sowie das Berufseinstiegsjahr ablösen. Aktuell wird eine umfassende Reform der (dualen) Berufsausbildung diskutiert, um diese an die geänderten Anforderungen in der Arbeitswelt anzupassen. Deren Auswirkungen konnten in der vorliegenden Schülervorausberechnung nicht antizipiert werden.

Weitere Informationen

Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg erstellt jährlich eine Schülervorausberechnung im Auftrag des Kultusministeriums. Der Schülervorausberechnung 2025 liegt die Bevölkerungsfortschreibung zum 31.12.2024 zugrunde sowie die Bevölkerungsvorausberechnung mit Basis 2023 in der Hauptvariante. Die Ergebnisse der Schülervorausberechnung wurden auf volle 100 gerundet. Es kann zu rundungsbedingten Abweichungen bei Summenbildung kommen.

Unterstellt ist bei den Berechnungen eine anhaltend niedrige Geburtenrate von 1,44 Kindern je Frau (TFR) aber eine recht hohe Netto-Zuwanderung von 55.000 Personen jährlich. Sollte sich die Bevölkerungszahl in der Zukunft deutlich anders entwickeln als unterstellt, wird sich dies auch auf die Schülerzahlen auswirken. Insofern beschreibt die Schülervorausberechnung nur ein mögliches – wenn aus heutiger Sicht auch recht wahrscheinliches – Entwicklungsszenario.

Weitere Ergebnisse werden im Internetangebot des Statistischen Landesamtes veröffentlicht. Dort finden Sie ebenfalls methodische Hinweise zur Schülervorausberechnung, eine Pressemitteilung zur Entwicklung an den allgemeinbildenden Schulen und einen Monatsheftartikel, der die Ergebnisse der Schülervorausberechnung ausführlicher darstellt und einordnet, sowie die wesentlichen Annahmen die der Schülervorausberechnung zugrunde liegen darstellt.

Allgemeinbildende Schulabschlüsse werden nach Erreichen der Vollzeitschulpflicht beim Verlassen des allgemeinbildenden Schulsystems und beim Verlassen des beruflichen Schulsystems erhoben. Rund ein Viertel der allgemeinbildenden Schulabschlüsse werden an beruflichen Schulen erworben. Diese Personen werden überwiegend zwei Mal als Schulabgänger gezählt. In der Vorausberechnung wird davon ausgegangen, dass Schülerinnen und Schüler die die Haupt-/Werkrealschulen mit dem Hauptschulabschluss verlassen, weil dort kein mittlerer Bildungsabschluss mehr erworben werden kann, in ähnlichem Umfang wie heute einen mittleren Bildungsabschluss anstreben und diesen weit überwiegend an einer beruflichen Schule erwerben werden. Dies erhöht die Anzahl der nachgewiesenen Schulabschlüsse, ohne dass die Zahl der Personen zunimmt, die tatsächlich nach Beendigung ihrer Schullaufbahn dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

 

Kontakt

Pressestelle

Sie wollen keine Neuigkeiten verpassen? Melden Sie sich für unsere Newsletter an!