Statistische Daten zum Internationalen Frauentag am 8. März 2026
Zum Internationalen Frauentag 2026 finden Sie hier ausgewählte Fakten zu Frauen in unterschiedlichen Themenbereichen.
Leben in Baden-Württemberg
- alleinerziehende Frauen: 286.000
- zum Vergleich: alleinerziehende Männer: 63.000
- alleinstehende Frauen: 1,23 Millionen
- zum Vergleich: alleinstehende Männer: 1,19 Millionen
- Kinder je Frau im Durchschnitt: 1,39
- Kinder je Frau im Landkreis Tuttlingen: 1,72 (höchster Wert)
- Kinder je Frau im Stadtkreis Heidelberg: 0,99 (niedrigster Wert)
Hochschulreife: Frauenanteil bei 54,6 %
Im Jahr 2024 haben 28.809 Schülerinnen und Schüler die allgemeine Hochschulreife an allgemeinbildenden Schulen erreicht. Darunter befanden sich 15.960 Frauen, was einem Anteil von 55,4 % entspricht. An den beruflichen Schulen haben insgesamt 14.092 Schülerinnen und Schüler die allgemeine Hochschulreife erreicht. Hier lag der Frauenanteil mit 7.760 Absolventinnen bei 55,1 %.
Weiterhin nehmen mehr Frauen als Männer ein Studium auf
Im Wintersemester 2024/25 waren insgesamt 347.415 Studierende an den baden-württembergischen Hochschulen eingeschrieben, darunter 173.540 Frauen (50,0 %). Unter den Studienanfängerinnen und -anfängern im ersten Hochschulsemester betrug der Frauenanteil 50,4 %. Damit begannen wie in den letzten Jahren mehr Frauen als Männer ein Studium an einer Hochschule.
Ukrainerinnen und Russinnen im Südwesten
In Baden-Württemberg lebten Ende 2024 etwa 35.000 Personen aus der Russischen Föderation und etwa 177.700 ukrainische Staatsbürger. Bei beiden Staatsangehörigkeiten sind jeweils rund zwei Drittel Frauen. Sowohl die russischen als auch die ukrainischen Staatsangehörigen konzentrieren sich vor allem auf die Ballungsräume. Im Stadtkreis Stuttgart leben sowohl die meisten Frauen und Männer aus der Russischen Föderation als auch aus der Ukraine. Ebenfalls stark vertreten sind beide Nationalitäten im Stadtkreis Karlsruhe und dem Rhein-Neckar-Kreis.
Repräsentative Wahlstatistik zur Bundestagswahl 2025
Bei der Bundestagswahl 2025 war die Wahlbeteiligung der Frauen mit 82,8 % insgesamt etwas geringer als die der Männer (84,0 %). Unabhängig vom Geschlecht fiel die Beteiligung in den Altersgruppen ab 35 bis 69 Jahren überdurchschnittlich aus, während sie in den jüngeren Altersgruppen und bei den ab 70-Jährigen unterdurchschnittlich war.
Bei den jüngeren Frauen bis 34 Jahren war die Beteiligungsquote höher als bei den Männern. Besonders deutlich zeigte sich dieser Unterschied in der Gruppe der 18- bis 20-Jährigen, also bei Erstwählenden. Hier lag die Beteiligungsquote der Frauen 3,4 Prozentpunkte über der von Männern. Hingegen war die Wahlbeteiligung von Frauen in der Altersgruppe ab 70 Jahren deutlich geringer (77,2 %) als die von Männern (83,8 %).
Frauenanteil im Bundestag bei 32,4 %
Von den insgesamt 630 Sitzen im 21. Deutschen Bundestag gingen 204 an Frauen, was einem Frauenanteil von 32,4 % entspricht. In Baden-Württemberg hatten sich zur Bundestagswahl 2025 insgesamt 525 Personen um ein Bundestagsmandat beworben, davon 159 Frauen (30,9 %), von denen im Land schließlich 26 Frauen gewählt wurden.
Im Gefängnis: Frauenanteil nur bei 5 %
Frauen werden deutlich seltener straffällig als Männer: Im Jahr 2024 war von den gut 97.000 Verurteilten in Baden-Württemberg nur etwa jede Sechste eine Frau. Von den im Jahr 2024 rund 5.100 Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten im Südwesten waren sogar nur 5 % weiblich.
2.250 Frauen: 100 Jahre und älter im Südwesten
In Baden-Württemberg lebten am Ende des Jahres 2024 rund 392.800 Personen, die 85 Jahre oder älter waren. Knapp zwei Drittel in dieser Altersgruppe der Hochbetagten sind Frauen (248.300) und lediglich gut ein Drittel Männer (144.600). Immerhin 2.250 sind sogar bereits 100 Jahre oder älter, davon 1.850 Frauen und 400 Männer.
Hauptursache dafür, dass es mehr Frauen als Männer im hohen Alter gibt, ist deren höhere Lebenserwartung: Ein neugeborenes Mädchen kann heute in Baden-Württemberg auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von gut 84 Jahren hoffen, ein neugeborener Junge dagegen »nur« auf knapp 80 Jahre. Die höhere Lebenserwartung der Frauen gegenüber der der Männer ist teilweise genetisch bedingt, vor allem aber auch auf unterschiedliche Verhaltensweisen zurückzuführen: Frauen ernähren sich im Schnitt gesünder; sie setzen sich im Alltag weniger Gefahren aus, verüben deutlich seltener Suizid und nehmen häufiger Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen in Anspruch.
„Späte Mutterschaft“ im Trend
Die »späte Mutterschaft« liegt im Trend. Während das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt eines Kindes im Jahr 1980 in Baden-Württemberg erst bei 27 Jahren lag, betrug es im Jahr 2020 bereits 32 Jahre. Bei annähernd 28 % aller Geburten im Jahr 2024 waren die Mütter bereits 35 Jahre oder älter – im Jahr 2000 waren es erst gut 17 %.
Frauen in Baden-Württemberg leisten rund 29 Stunden unbezahlte Arbeit pro Woche
Frauen in Baden-Württemberg leisteten im Jahr 2022 durchschnittlich rund 29 Stunden unbezahlte Arbeit pro Woche. Sie erbrachten damit fast 9,5 Stunden mehr unbezahlte Arbeit als Männer (gut 19,5 Stunden). In Baden-Württemberg lag der Gender Care Gap damit bei 48,3 %, das heißt Frauen ab 18 Jahren leisteten 48,3 % mehr unbezahlte Arbeit als Männer. Der Gender Care Gap drückt die unterschiedliche Zeitverwendung von Männern und Frauen für „Sorgearbeit“ bzw. „Care-Arbeit“ aus. Diese unbezahlte Arbeit umfasst neben Hausarbeit und Haushaltsorganisation, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen auch freiwilliges und ehrenamtliches Engagement sowie die Unterstützung haushaltsfremder Personen.
Auf 10 % der landwirtschaftlichen Familienbetriebe geben Chefinnen den Ton an
Im Jahr 2023 wurden in Baden-Württemberg von insgesamt 37.500 landwirtschaftlichen Betrieben rund 32.100 Betriebe als Einzel- bzw. Familienunternehmen geführt. Davon haben rund 3.300 Betriebe, also etwa ein Zehntel, eine Frau als Betriebsleiterin. Allerdings gehen die meisten davon noch einer weiteren Tätigkeit nach. Nur 25 % der Betriebe mit weiblicher Leitung werden als Vollerwerbsbetrieb bewirtschaftet.
Existenzgründungen von Frauen: Handel bevorzugt
Von den 94.006 Personen, die im Jahr 2025 einen Gewerbebetrieb allein oder gemeinsam mit anderen gründeten, waren 31.667 Frauen. Dies entspricht einem Anteil von 33,7 % an allen Gründerpersonen. Frauen gründeten mit 22,5 % am häufigsten Betriebe im Wirtschaftsbereich „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“. Auch bei allen Gründerpersonen war dies die beliebteste Branche (22,8 %). Eine Besonderheit ist der hohe Frauenanteil bei Gründungen im Veterinärwesen, der bei 88,8 % liegt.
Weitere Informationen
Bei den Angaben zur unbezahlten Arbeit von Frauen bzw. zum Gender Care Gap handelt es sich um Ergebnisse der Zeitverwendungserhebung 2022, revidiert am 6. Juni 2025 aufgrund der neuen Hochrechnung am Mikrozensus 2022 basierend auf den Eckwerten des Zensus 2022.