Zum Schuljahr 2026/27 knapp 436.000 Grundschülerinnen und Grundschüler erwartet
Grundschulen in Baden-Württemberg erleben damit einen Zuwachs von 2,1 %.
Die Schülerzahl an allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg nimmt im nun beginnenden Schuljahr voraussichtlich um knapp 1,1 % zu und steigt auf rund 1,18 Millionen. Phasenweise hohe Zuwanderung und von 2011 bis 2021 deutlich gestiegene Geburtenzahlen haben die Schülerzahlen in Baden-Württemberg in den fünf Jahren zuvor bereits um knapp 68.000 bzw. 6,2 % anwachsen lassen, wie das Statistische Landesamt berichtet.
Seit 2021 ging die Zahl der Geburten deutlich zurück und die Zuwanderung war seit 2022 ebenfalls stark rückläufig. Dies hat mittelfristig einen deutlichen Einfluss auf die zu erwartenden Schülerzahlen. Bis zum Schuljahr 2028/29 wird ein weiterer Zuwachs um rund 15.000 beziehungsweise 1,3 % erwartet. Danach wird die Zahl der Schülerinnen und Schüler nach Ergebnissen der aktuellen Schülervorausberechnung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg spürbar zurückgehen. Ab dem Schuljahr 2037/38 könnte sie erneut auf unter 1,10 Millionen sinken, dem bislang niedrigsten Wert aus dem Schuljahr 2020/21. Bis zum Schuljahr 2040/41, könnte sie sogar auf 1,07 Millionen absinken, wenn die tatsächlichen Rahmenbedingungen nicht wesentlich von den Annahmen in der Schülervorausberechnung abweichen.
Gemäß der Schülervorausberechnung 2026 erreichen die Grundschulen bereits im Schuljahr 2027/28 die voraussichtlich höchste Schülerzahl, die mit 437.000 nur noch leicht über der für dieses Schuljahr erwarteten Schülerzahl liegen wird. Der Zuwachs ist auf den Aufbau der Juniorklassen zurückzuführen. Ansonsten würden die Schülerzahlen bereits im Schuljahr 2027/28 sinken. Basierend auf der Annahme, dass die Geburtenzahlen und die Zuwanderung mittelfristig wieder ansteigen, zeigt die Vorausberechnung ab der Mitte des nächsten Jahrzehnts einen leichten Anstieg der Schülerzahlen an Grundschulen.
An den weiterführenden Schulen wird die Schülerzahl insgesamt noch einige Jahre ansteigen. Für die Schularten werden jedoch deutlich unterschiedliche Trends vorausberechnet. Für die Haupt- und Werkrealschulen werden weiter rückläufige Schülerzahlen erwartet. Zum nun beginnenden Schuljahr könnte die Schülerzahl auf nur noch gut 40.000 sinken. Zum Schuljahr 2030/31 könnte sie durch die dann wegfallende
10. Klassenstufe auf nur noch gut 30.000 und zum Ende des Vorausberechnungszeitraums auf nur noch knapp 22.000 sinken. Sollten die Schulträger auf den Rückgang der Schülerzahlen mit einer Umwandlung von Schulen in andere Schularten reagieren, könnte dies den Abbau noch weiter beschleunigen.
In den letzten Jahren war auch die Übergangsquote auf die Gymnasien rückläufig. In der aktuellen Vorausberechnung wird davon ausgegangen, dass die Übergangsquoten in etwa dem aktuellen Niveau entsprechen und auf diesem Level bleiben. Dies führt in der Vorausberechnung dazu, dass die Schülerzahlen an Gymnasien nur leicht ansteigen werden, von erwarteten rund 296.000 auf rund 301.000 im Schuljahr 2029/30. Erwartungsgemäß wird die Schülerzahl an Gymnasien zum Schuljahr 2032/33, wenn der erste G9-Jahrgang die Oberstufe erreicht, um etwa 21.000 Schüler ansteigen und damit auf rund 319.000 anwachsen. Danach wird sie jedoch kontinuierlich sinken und bis zum Ende des Vorausrechnungszeitraums auf etwa 282.000 Schüler abnehmen.
In der Vorausberechnung profitieren Realschulen am meisten von den beschriebenen Trends. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an Realschulen könnte von knapp 216.000 im Schuljahr 2025/26 auf gut 236.000 im Schuljahr 2031/23 und damit um 9,4 % ansteigen. Bei Gemeinschaftsschulen wurde bis zum Schuljahr 2030/31 eine Zunahme um 5,3 % auf knapp 103.000 vorausberechnet. Im zurückliegenden Schuljahr lag die Schülerzahl noch bei rund 97.000.
Weitere Informationen
Angaben zur Schülerzahl für öffentliche und private Schulen zusammen, ohne die gut 2.000 Schülerinnen und Schüler an Schulen des zweiten Bildungswegs.
Bei der Berechnung der Ergebnisse wurde unterstellt, dass sich das aktuell niedrige Geburtenniveau wieder weitgehend erholt und auch der Wanderungssaldo wieder ansteigt, allerdings ohne Berücksichtigung von starken Zuwanderungswellen (Details siehe unten verlinkte Methodenbeschreibung).
Ergebnisse zu den beruflichen Schulen wurden ebenfalls in der Statistikdatenbank aktualisiert, auf sie wird in einer später erscheinenden Pressemitteilung eingegangen.
- Ergebnistabellen Schülervorausberechnung
- Methodenbeschreibung Schülervorausberechnung
- Themenseite Allgemeinbildende Schulen
- Geburten in Baden-Württemberg
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