Jede achte sozialversicherungspflichtig beschäftigte Person ging 2025 zusätzlich einem Nebenjob nach
Zum Tag der Arbeit: Die Zahl der Nebenjobs im Südwesten ist seit 2005 prozentual am stärksten unter Akademikerinnen und Akademikern sowie bei Älteren angestiegen.
Die Zahl der Beschäftigten mit Nebenjob hat sich in Baden-Württemberg in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Wie das Statistische Landesamt nach Auswertung der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit mitteilt, übten zur Jahresmitte 2025 gut 604.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zusätzlich zu ihrer Haupttätigkeit einen Minijob aus, 315.700 Personen bzw. +109,4 % mehr als im Jahr 2005. Bezogen auf die fast 4,94 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Südwesten waren dies 12,2 %. Damit hatte 2025 jede bzw. jeder achte Beschäftigte einen geringfügigen Nebenjob – 20 Jahre zuvor war es mit 7,7 % nur jede bzw. jeder Dreizehnte.
Zahl der Akademikerinnen und Akademiker mit Nebenjob innerhalb von 20 Jahren verfünffacht
Bei Betrachtung der Beschäftigten nach Berufsabschluss fällt auf, dass der prozentuale Zuwachs der Nebenjobs bei Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung (+47.900 bzw. +83,1 %) seit 2005 ähnlich hoch ausfiel wie bei Personen mit Berufsabschluss (+177.500 bzw. +85,5 %). Beträchtlich stärker jedoch stieg die Zahl der Beschäftigten mit akademischem Berufsabschluss: Waren es vor 20 Jahren lediglich 16.600 beschäftigte Akademikerinnen und Akademiker, die einem Nebenjob nachgingen, hat sich die Anzahl seitdem um 66.500 auf nunmehr 83.100 im Jahr 2025 verfünffacht (+400,4 %).
Zehnmal so viele 65-jährige und ältere Beschäftigte mit Nebenjob wie 2005
Auch hinsichtlich der Altersgruppen zeigten sich im 20-Jahresvergleich große Unterschiede. Während sich die Zahl der Nebenjobs bei den unter 30-Jährigen Beschäftigten fast verdoppelt hat (+71.800 bzw. +99,4 %), wuchs die Zahl bei den 50- bis unter 65-Jährigen auf das Dreieinhalbfache (+125.900 bzw. 257,4 %). Bei den 65-Jährigen und Älteren hat sich die Anzahl demgegenüber fast verzehnfacht (+9.800 bzw. +861,9 %).
Weitere Informationen
Im Nebenjob geringfügig Beschäftigte (IN GB) umfassen mit einem Anteil von rund 99 % hauptsächlich im Nebenjob geringfügig entlohnte Beschäftigte (IN GeB). Lediglich ein Prozent der IN GB entfällt auf im Nebenjob kurzfristig Beschäftigte (IN KfB).
Zu den geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen zählen Arbeitsverhältnisse mit einem niedrigen Lohn (geringfügig entlohnte Beschäftigung) oder mit einer kurzen Dauer (kurzfristige Beschäftigung). Beide Beschäftigungsarten werden auch als "Minijob" bezeichnet.
Die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit liefert vierteljährlich tief gegliederte Strukturdaten über die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. Sie beruht auf den Meldungen der Betriebe zur Kranken-, Renten-, Pflege- und/oder Arbeitslosenversicherung und erfasst in Baden-Württemberg rund drei Viertel aller Erwerbstätigen. Die Statistik der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten berücksichtigt keine Beamtinnen und Beamten, Selbstständigen, unbezahlt mithelfenden Familienangehörigen und Personen, die ausschließlich in sogenannten Minijobs tätig sind, also einer geringfügig entlohnten Beschäftigung nachgehen. Die Jahresmitte, d. h. der Stichtag 30. Juni, gilt in der Beschäftigungsstatistik als repräsentativer Jahreswert.
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