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Pressemitteilung 85/2026

Rollenklischees dominieren noch immer die Berufswahl

Erstaunliches Statistikwissen zum Girls’- und Boys’Day am 23. April 2026: Nur 5 Männer (2,1 %) wählten 2025 im Südwesten die Ausbildung zum Floristen.

Vorstellungen zur beruflichen Eignung sind noch immer eng mit stereotypen Rollenmustern verknüpft, was sich auch weiterhin auf dem Ausbildungsmarkt in Baden-Württemberg widerspiegelt. Wie das Statistische Landesamt nach Auswertung der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit mitteilt, kamen in der dualen Ausbildung zur Floristin bzw. zum Floristen im Jahr 2025 auf 231 Frauen (97,9 %) lediglich fünf Männer (2,1 %). Auch die Ausbildung zur Arzt- bzw. Praxishilfe war mit einer Frauenquote von 96,2 % fest in weiblicher Hand. Ebenfalls über der Marke von 90 % lagen außerdem die weiblichen Anteile unter den Auszubildenden im Drogerie- und Apothekenhandel.

Frauenanteil unter Auszubildenden in handwerklichen Berufen oft unter 5 %

Umgekehrt standen in der Ausbildung zum Handwerk der Klempnerei, Sanitär, Heizung, und Klimatechnik rund 4.200 Männer (97,7 %) nur 100 Frauen gegenüber (2,3 %). Auch die Führung von Bau- und Transportgeräten wie zum Beispiel Bagger-, Raupen- oder Kranführer sind mit 97,0 % eine männliche Domäne. Ferner wurden Ausbildungen in den Bereichen Metallerzeugung, -bearbeitung und Schweißtechnik sowie Energietechnik zu über 95 % von Männern ausgeübt.

66 % aller weiblichen Auszubildenden konzentrierten sich im Jahr 2025 auf zehn Berufsgruppen mit den Gesundheits- und Pflegeberufen an der Spitze, wo der Männeranteil 25,8 % betrug. Bei den Männern fiel die Berufswahl etwas diverser aus: Dort kommen die 10 häufigsten Berufe zusammen auf 46,4 % aller männlichen Auszubildenden. Bei beiden Geschlechtern gleichermaßen beliebt waren Ausbildungsberufe im Verkauf, in der Gastronomie und in den Bereichen Versicherungs- u. Finanzdienstleistungen sowie Unternehmensorganisation und -strategie.

Insgesamt absolvierten im Jahr 2025 rund 216.500 Personen im Südwesten eine duale Ausbildung, davon rund 119.600 Männer (55,3 %) und 96.800 Frauen (44,7 %). Im Zehnjahresvergleich hat die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Auszubildenden gegenüber 2015 insgesamt um lediglich 4.400 bzw. 2,1 % zugenommen, wobei der Anstieg bei den Männern mit einem Plus von 3.800 bzw. 3,3 % größer ausfiel als bei den Frauen (+500 bzw. +0,5 %). Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ohne Auszubildende stieg im gleichen Zeitraum um rund 572.300 bzw. 13,8 % und damit fast sieben Mal so stark (Männer: +285.200 bzw. +12,5 %; Frauen: +287.000 bzw. +15,3 %).

Weitere Informationen

Die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit liefert vierteljährlich tief gegliederte Strukturdaten über die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. Sie beruht auf den Meldungen der Betriebe zur Kranken-, Renten-, Pflege- und/oder Arbeitslosenversicherung und erfasst in Baden-Württemberg rund drei Viertel aller Erwerbstätigen. Die Statistik der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten berücksichtigt keine Beamtinnen und Beamten, Selbstständigen, unbezahlt mithelfenden Familienangehörigen und Personen, die ausschließlich in sogenannten Mini-Jobs tätig sind, also einer geringfügig entlohnten Beschäftigung nachgehen. Die Jahresmitte, d. h. der Stichtag 30. Juni, gilt in der Beschäftigungsstatistik als repräsentativer Jahreswert.

Ausgewertet wurden die Zahlen zu den Auszubildenden nach 3-stelligen Berufsgruppen der Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010).

 

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