:: 37/2020

Pressemitteilung 37/2020

Tourismus in Baden-Württemberg erreicht 2019 neue Höchstwerte

Brenner: in allen Monaten 2019 zugelegt – über 57 Millionen Übernachtungen (+4,2 %)

Baden-Württemberg erfreut sich als Reiseland weiterhin wachsender Beliebtheit. Seit 2010 steigen die Gäste- und Übernachtungszahlen in den Beherbergungsbetrieben im Südwesten kontinuierlich an. Im Jahr 2019 erwirtschaftete die Tourismusbranche im Land erneut ein Rekordergebnis. Wie der Minister der Justiz und für Europa, Guido Wolf MdL, und die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, heute vor der Presse mitteilten, stieg die Zahl der Gästeankünfte auf 23,3 Millionen (Mill.). Das waren über 0,8 Mill. oder 3,8 % mehr Gäste als 2018. Die Zahl der Übernachtungen erreichte 2019 die Marke von 57,2 Mill., was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme um gut 2,3 Mill. oder 4,2 % entspricht. Auch 2019 lag die Zahl der Übernachtungen wieder in allen Monaten über den Vorjahreswerten. Spitzenwerte erreichte der Zuwachs bei den Übernachtungen im April (+6,4 %) und im Juni 2019 (+7,0 %). Die Tourismusbranche Baden-Württembergs zeigt damit im Bundesvergleich eine überdurchschnittliche Entwicklung: Deutschlandweit stieg die Zahl der Übernachtungen nur um 3,7 %.

Geschäft mit Gästen aus dem Ausland erneut stark

Das Reiseland Baden-Württemberg zieht nach wie vor überwiegend Gäste aus Deutschland an. 2019 kamen rund 77 % der insgesamt 23,3 Mill. Reisenden aus dem Inland und buchten rund 79 % der Übernachtungen. Demgegenüber stammten 5,4 Mill. bzw. mehr als 23 % der Gäste aus dem Ausland. Ihnen sind 12,2 Mill. bzw. gut 21 % der Übernachtungen zuzurechnen. Die positive Gesamtentwicklung des Landestourismus in den letzten Jahren ist nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass Baden-Württemberg für ausländische Touristen offenbar weiter an Attraktivität gewonnen hat: Während die Zahl der Gäste aus Deutschland gegenüber 2010 um gut 35 % stieg, wuchs die der Gäste aus dem Ausland um 54 %. Die Zahl der Übernachtungen von Touristen aus Deutschland stieg gegenüber 2010 um knapp 27 %, die der internationalen Gäste um rund 53 %.

Die wichtigsten Herkunftsländer 2019: Schweiz, Niederlande und Frankreich

Das mit großem Abstand wichtigste ausländische Herkunftsland war 2019 die Schweiz mit 1,4 Mill. Gästen (+5,2 %) und 2,8 Mill. Übernachtungen (+6,9 %). An zweiter Stelle standen die Niederlande mit rund 0,6 Mill. Gästen (+4,7 %) und 1,3 Mill. Übernachtungen (+8,5 %). Auf Rang drei folgte 2019 Frankreich mit gut 0,5 Mill. Gästen (+7,8 %) und rund 1 Mill. Übernachtungen (+7,3 %). Aus Asien stammten knapp 0,5 Mill. Touristen (-1,2 %) mit rund 1,3 Mill. Übernachtungen (−3,8 %) und aus den USA knapp 0,3 Mill. Gäste (+1,7 %) mit rund 0,8 Mill. Übernachtungen (+2,2 %).

Campingtrend stabil: plus 0,8 % bei den Übernachtungen

2019 wurden knapp zwei Drittel (64 %) der Übernachtungen in der Hotellerie (Hotels, Hotels garnis, Gasthöfe und Pensionen) gebucht. 24 % entfielen auf die sogenannte Parahotellerie, zu der Einrichtungen wie Ferien- und Erholungsheime, Schulungsheime, Ferienwohnungen, Jugendherbergen oder Campingplätze zählen. Die Vorsorge- und Rehakliniken kamen auf einen Marktanteil von rund 12 %. Nach einem starken Vorjahr (Übernachtungen +15 %) konnten die Campingplätze 2019 das neue Niveau mit einem Plus von 0,8 % und einem Marktanteil von 8 % halten. Auch die Ferienhäuser- und Ferienwohnungen schnitten mit einem Übernachtungsplus von 5 % bei einem Marktanteil von 4 % gut ab. Dem gegenüber konnten die baden-württembergischen Hotels, die mit 23,1 Mill. Übernachtungen einen Marktanteil von gut 40 % aufweisen, ihre Übernachtungszahlen gegenüber 2018 lediglich um 1,7 % steigern und liegen damit unter der landesdurchschnittlichen Zunahme der Übernachtungszahlen von 4,2 %.

Reisegebiete: Württembergisches Allgäu-Oberschwaben Spitzenreiter

Die regionale Analyse der Übernachtungszahlen zeigt, dass sich der Landestourismus vor allem auf die Reisegebiete Schwarzwald (Marktanteil Übernachtungen 2019: rund 40 %), das nördliche Baden-Württemberg (knapp 18 %), die Region Stuttgart (gut 16 %) und den Bodensee (rund 9 %) konzentriert. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Übernachtungszahlen in nahezu allen Reisegebieten Baden-Württembergs erhöht. Besonders hohe Zuwächse verbuchten das Württembergische Allgäu-Oberschwaben (+37,2 %), der Hegau (+7,2 %) sowie der Mittlere Schwarzwald und das Nördliche Baden-Württemberg (beide +4 %). In den „Klassikern“ Nördlicher Schwarzwald (−0,4 %) und Bodensee (−1,1 %) hingegen schlug die Entwicklung ausgehend von traditionell hohen Übernachtungszahlen im Vergleich zum Vorjahr leicht ins Minus aus. Insgesamt betrachtet bilanziert das mit Blick auf den Marktanteil dominierende Reisegebiet Schwarzwald insgesamt für 2019 gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 2,5 % bei den Übernachtungen. Die Beherbergungsbetriebe im Reisegebiet Bodensee-Oberschwaben verzeichneten trotz leicht rückläufiger Übernachtungszahlen am Bodensee bei einem Marktanteil von gut 18 % ein sattes Plus von 12,8 %.

30 der 44 Stadt- und Landkreise mit positiver Übernachtungsentwicklung

Mit 30 von 44 wies eine deutliche Mehrheit der Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs eine positive Übernachtungsentwicklung auf. 13 Stadt- und Landkreise verbuchten Übernachtungszuwächse von 4 % und mehr. Darunter befanden sich mit Heilbronn, Mannheim, Ulm, Freiburg, Heidelberg und Stuttgart sechs der insgesamt neun Stadtkreise des Landes.

Bei der Analyse der regionalen Entwicklung der Übernachtungszahlen im Vergleich zu 2018 zeigt sich aber auch eine relativ breite Streuung: Das Feld reicht von einem Rückgang von 5,8 % im Alb-Donau-Kreis und im Stadtkreis Pforzheim bis zu einem Zuwachs von 59,2 % im Landkreis Ravensburg. Insgesamt 13 Stadt- und Landkreisen gelang es 2019 nicht, ihr Übernachtungsergebnis aus dem Vorjahr zu halten oder es zu verbessern. Darunter befanden sich mit dem Hohenlohekreis und dem Landkreis Heidenheim allerdings zwei Kreise, die ihr Vorjahresergebnis nur knapp, nämlich um 0,2 % bzw. um 0,9 % verfehlten.

Wachstumsfaktor Tourismus: Höchster Zuwachs bei Gemeinden mit 20 000 bis 50 000 Einwohnern

Die Auswertung nach Gemeindegrößenklassen zeigt, dass 2019 fast durchgängig ein gutes Jahr war: Fast alle Größenklassen zeigen Steigerungen bei den Übernachtungszahlen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Die bedeutendsten Zuwächse verbuchten mit einem Plus von 13,4 % erneut die Gemeinden der Größenklassen 20 000 bis unter 50 000 Einwohner. Für Gemeinden der Größenklasse 5 000 bis unter 10 000 Einwohner hingegen brachte das Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 1,4 %.

Schaubild 1: Übernachtungen in Baden-Württemberg 2010 bis 2019 nach Gästeherkunft
Schaubild 1: Übernachtungen in Baden-Württemberg 2010 bis 2019 nach Gästeherkunft
Tabelle 1
Übernachtungen in Baden-Württemberg 2010 bis 2019 nach Gästeherkunft*)
JahrÜbernachtungenDarunter von
insgesamtVeränderung gegenüber VorjahrInlandsgästenVeränderung gegenüber VorjahrAuslandsgästenVeränderung gegenüber Vorjahr
Anzahl%Anzahl%Anzahl%

*) In geöffneten Beherbergungsbetrieben / Campingplätzen bis 2011 mit mind. 9 Schlafgelegenheiten bzw. 3 Stellpätzen,

ab 2012 mit mind. 10 Schlafgelegenheiten bzw. Stellplätzen.

Datenquelle: Monatserhebung im Tourismus.

2010 43.514.949+2,635.494.581+1,28.020.368+9,0
2011 45.616.399+4,836.830.266+3,88.786.133+9,5
2012 47.671.708+4,738.244.099+4,19.427.609+7,4
2013 47.755.531+0,237.857.399−1,09.898.132+5,0
2014 49.126.497+2,938.790.621+2,510.335.876+4,4
2015 50.763.289+3,339.639.156+2,211.124.133+7,6
2016 52.042.955+2,540.835.523+3,011.207.432+0,7
2017 52.932.457+1,741.534.401+1,711.398.056+1,7
2018 54.879.911+3,743.036.902+3,611.843.009+3,9
2019 57.187.271+4,244.949.229+4,412.238.042+3,3
Schaubild 2: Übernachtungen von Auslandsgästen in Baden-Württemberg 2019 nach den wichtigsten Herkunftsländern
Schaubild 2: Übernachtungen von Auslandsgästen in Baden-Württemberg 2019 nach den wichtigsten Herkunftsländern
Tabelle 2
Übernachtungen*) von Auslandsgästen in Baden-Württemberg 2019 nach den wichtigsten Herkunftsländern
Ständiger Wohnsitz der GästeÜbernachtungen
InsgesamtVeränderung gegenüber Vorjahr
Anzahl%

*) In geöffneten Beherbergungsbetrieben / Campingplätzen mit mind. 10 Schlafgelegenheiten bzw. Stellplätzen.

Datenquelle: Monatserhebung im Tourismus.

Ausland insgesamt 12.238.042+3,3
darunter ... 
Schweiz2.763.037+6,9
Niederlande1.292.940+8,5
Frankreich1.007.059+7,3
USA767.964+2,2
Österreich566.542+3,2
Italien501.991+4,0
Vereinigtes Königreich490.297−6,5
Belgien466.407+11,1
Spanien364.273+7,4
Polen361.588−2,9
Schaubild 3: Veränderung der Übernachtungszahlen in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs 2019 gegenüber dem Vorjahr
Schaubild 3: Veränderung der Übernachtungszahlen in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs 2019 gegenüber dem Vorjahr
Tabelle 3
Veränderung der Übernachtungszahlen in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs 2019 gegenüber dem Vorjahr
Kreis
Regierungsbezirk
Land
AnkünfteÜbernachtungenÜbernachtungen je 1.000 Einwohner
AnzahlVeränderung gegenüber VorjahrAnzahlVeränderung gegenüber Vorjahr
1.000%1.000%Anzahl

*) In geöffneten Beherbergungsbetrieben / Campingplätzen mit mind. 10 Schlafgelegenheiten bzw. Stellplätzen.

Datenquelle: Monatserhebung im Tourismus.

Stadtkreis Stuttgart2.180+5,74.087+4,56.437
Landkreis Böblingen507+1,51.186+1,93.029
Landkreis Esslingen805−1,81.587−2,12.973
Landkreis Göppingen237+2,7607+2,92.360
Landkreis Ludwigsburg496−3,81.070−2,01.966
Landkreis Rems-Murr-Kreis364+3,9734+2,31.723
Stadtkreis Heilbronn219+25,3419+23,73.323
Landkreis Heilbronn436+6,81.408+2,44.105
Landkreis Hohenlohekreis206−1,2432−0,23.859
Landkreis Schwäbisch Hall280+0,9600+1,03.062
Landkreis Main-Tauber-Kreis361+0,51.136+4,28.584
Landkreis Heidenheim121−3,9223−0,91.681
Landkreis Ostalbkreis397+0,7840+0,52.676
Regierungsbezirk Stuttgart6.609+2,814.329+2,43.458
Stadtkreis Baden-Baden461+1,81.014+0,618.396
Stadtkreis Karlsruhe655−0,61.149+0,83.670
Landkreis Karlsruhe394−1,81.034−0,02.327
Landkreis Rastatt292+0,8603−1,92.610
Stadtkreis Heidelberg842+6,01.653+6,410.306
Stadtkreis Mannheim748+11,01.620+10,35.235
Landkreis Neckar-Odenwald-Kreis162−0,1527+1,93.671
Landkreis Rhein-Neckar-Kreis777−2,81.462−2,32.669
Stadtkreis Pforzheim114−5,5229−5,81.825
Landkreis Calw436−2,01.385+0,48.743
Landkreis Enzkreis125+1,0244+3,21.226
Landkreis Freudenstadt513−1,51.673−1,614.185
Regierungsbezirk Karlsruhe5.519+1,412.592+1,64.489
Stadtkreis Freiburg im Breisgau926+5,11.822+6,77.915
Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald1.455+3,04.981+2,218.954
Landkreis Emmendingen296+7,2695+6,14.202
Landkreis Ortenaukreis1.907+5,94.035+5,19.396
Landkreis Rottweil136+1,6330+1,32.368
Landkreis Schwarzwald-Baar-Kreis498+3,31.693+2,07.969
Landkreis Tuttlingen147+4,8326+5,92.324
Landkreis Konstanz970+2,22.734+3,29.582
Landkreis Lörrach575+7,21.352+4,85.915
Landkreis Waldshut403+4,31.347+2,17.894
Regierungsbezirk Freiburg7.313+4,519.315+3,78.530
Landkreis Reutlingen434−0,71.162−1,44.052
Landkreis Tübingen209−3,3415−4,51.825
Landkreis Zollernalbkreis148−0,5342−1,91.811
Stadtkreis Ulm473+7,0740+7,55.859
Landkreis Alb-Donau-Kreis260−5,8515−5,82.629
Landkreis Biberach257+1,7816+2,14.085
Landkreis Bodenseekreis1.093−1,43.215−2,914.870
Landkreis Ravensburg741+54,63.101+59,210.907
Landkreis Sigmaringen218+6,6645+4,04.928
Regierungsbezirk Tübingen3.833+7,510.951+10,95.899
Baden-Württemberg23.274+3,857.187+4,25.166
Schaubild 4: Veränderung der Übernachtungszahlen in Baden-Württemberg 2019 gegenüber dem Vorjahr nach Gemeindegrößenklassen
Schaubild 4: Veränderung der Übernachtungszahlen in Baden-Württemberg 2019 gegenüber dem Vorjahr nach Gemeindegrößenklassen
Tabelle 4
Tabelle 4: Veränderung der Übernachtungszahlen*) in Baden-Württemberg 2019 gegenüber dem Vorjahr nach Gemeindegrößenklassen
Gemeindegrößenklassen
Land
Übernachtungen
InsgesamtVeränderung gegenüber 2018
Anzahl%

*) In geöffneten Beherbergungsbetrieben / Campingplätzen mit mind. 10 Schlafgelegenheiten bzw. Stellplätzen.

Datenquelle: Monatserhebung im Tourismus.

Gemeinden unter 2 000 Einwohnern 2.228.653+2,5
Gemeinden ab 2.000 bis unter 5.000 Einwohner9.898.037+2,6
Gemeinden ab 5.000 bis unter 10.0000 Einwohner7.825.076−1,4
Gemeinden ab 10.000 bis unter 20.0000 Einwohner8.935.672+0,3
Gemeinden ab 20.000 bis unter 50.0000 Einwohner11.019.508+13,4
Gemeinden ab 50.000 bis unter 100.000 Einwohner5.378.884+2,5
Gemeinden mit 100.000 und mehr Einwohner11.901.441+5,8
Baden-Württemberg insgesamt57.187.271+4,2
Schaubild 5: Veränderung der Übernachtungszahlen in Baden-Württemberg 2019 gegenüber dem Vorjahr nach Reisegebieten
Schaubild 5: Veränderung der Übernachtungszahlen in Baden-Württemberg 2019 gegenüber dem Vorjahr nach Reisegebieten
Tabelle 5
Tabelle 5: Veränderung der Übernachtungszahlen*) in Baden-Württemberg 2019 gegenüber dem Vorjahr nach Reisegebieten
Reisegebiete
Land
Übernachtungen
InsgesamtVeränderung gegenüber Vorjahr
Anzahl%

*) In geöffneten Beherbergungsbetrieben / Campingplätzen mit mind. 10 Schlafgelegenheiten bzw. Stellplätzen.

Datenquelle: Monatserhebung im Tourismus.

Nördlicher Schwarzwald6.516.708−0,4
Mittlerer Schwarzwald6.058.202+4,0
Südlicher Schwarzwald10.197.525+3,6
Schwarzwald22.772.435+2,5
Nördliches Baden-Württemberg10.069.620+4,0
Region Stuttgart9.271.379+1,9
Schwäbische Alb4.747.807+0,1
Württembergisches Allgäu-Oberschwaben4.376.818+37,2
Bodensee5.240.796−1,1
Hegau708.416+7,2
Bodensee-Oberschwaben10.326.030+12,8
Baden-Württemberg57.187.271+4,2