Newsletter für die Wissenschaft 2/2026
27. Mai 2026 - Nr. 02/2026
Der zweite „Newsletter für die Wissenschaft“ in diesem Jahr enthält Hinweise auf aktuelle Analysen und Veröffentlichungen zu folgenden Bereichen:
Gesellschaft, Familie und Soziales
Starke Zunahme des Gesundheitspersonals in Krankenhäusern
Nach Berechnungen der Arbeitsgruppe „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ zählte das Gesundheitswesen in Baden-Württemberg zum Jahresende 2024 rund 845.400 Beschäftigungsverhältnisse. Verglichen mit dem Vorjahr erhöhte sich die Zahl der Gesundheitsjobs um rund 13.800 (+1,7 %). Allein in den Krankenhäusern entstanden binnen Jahresfrist rund 5.800 zusätzliche Arbeitsplätze (+3,4 %).
Bevölkerung in Baden-Württemberg 2025 rückläufig
Nach einigen Jahren steten Wachstums ist die Bevölkerungszahl in Baden-Württemberg im Jahr 2025 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Bevölkerung um 7.100 Personen auf 11.238.800 zurückgegangen, so das Statistische Landesamt. Die Zuwanderung kann das Geburtendefizit nicht mehr ausgleichen.
Fast 40.000 Einbürgerungen in Baden-Württemberg im Jahr 2025
In Baden-Württemberg erhielten im Jahr 2025 insgesamt 39.790 Ausländerinnen und Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft. Dies bedeutete die höchste Zahl an Einbürgerungen seit dem Beginn der Erhebung vergleichbarer Daten im Jahr 2000 und einen weiteren Zuwachs um 5,2 % gegenüber dem Vorjahr 2024 (37.806 Einbürgerungen), in dem bereits ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen war.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Wirtschaftsleistung 2025 in Baden-Württemberg erneut gesunken
Das baden-württembergische Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2025 preisbereinigt 0,6 % niedriger als im Vorjahr. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Südwesten fiel erneut schwächer aus als im Bundesdurchschnitt (Deutschland: +0,2 %). Baden-Württemberg verzeichnet damit das dritte Rezessionsjahr in Folge.
Bruttolöhne und -gehälter sind 2025 in Baden-Württemberg erneut angestiegen
Die in Baden-Württemberg im Durchschnitt je Arbeitnehmerin beziehungsweise Arbeitnehmer gezahlten Bruttolöhne und -gehälter beliefen sich im Jahr 2025 auf 50.785 Euro. Dies waren 3,6 % beziehungsweise rund 1.790 Euro mehr als im Vorjahr. Bundesweit lagen die Pro-Kopf-Bruttolöhne und -gehälter mit annähernd 48.020 Euro um 4,5 % über dem Vorjahresniveau.
Verringerung des Arbeitsvolumens gegenüber dem Vorjahr um 0,3 %
Nach vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung der Länder“ leisteten 2025 rund 6,41 Millionen erwerbstätige Personen knapp 8,51 Milliarden Arbeitsstunden. Gegenüber dem Vorjahr waren dies rund 27,2 Millionen Stunden weniger (−0,3 %). Gesamtwirtschaftlich leistete jede erwerbstätige Person 2025 in Baden-Württemberg durchschnittlich 1.327 Arbeitsstunden.
Anstieg des Arbeitsvolumens 2024 lediglich in zehn Kreisen Baden-Württembergs
Nach den neuesten Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung der Länder“ fiel 2024 der prozentuale Anstieg des Arbeitsvolumens (d. h. die Summe der von allen erwerbstätigen Personen geleisteten Arbeitsstunden) mit 1,6 % bzw. 1,5 % gegenüber dem Vorjahr in den Stadtkreisen Heidelberg bzw. Freiburg landesweit am höchsten aus. Prozentual nahm das Arbeitsvolumen in den Landkreisen Heidenheim (−1,5 %) und Tuttlingen (−1,6 %) sowie im Stadtkreis Pforzheim (−2,4 %) am stärksten ab.
Arbeitslosenquote 2025 auch unter Hochqualifizierten in allen Bundesländern gestiegen
Die Zahl arbeitsloser Personen mit Hochschulabschluss lag im Südwesten um 20,3 % höher als im Vorjahr. Rund 149.000 Personen und damit mehr als die Hälfte (50,6 %) aller Arbeitslosen konnten 2025 keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen. Knapp 104.000 arbeitslos gemeldete Personen und damit mehr als ein Drittel (35,3 %) verfügten 2025 über eine betriebliche oder schulische Ausbildung. Die Zahl der hochqualifizierten Arbeitslosen stieg derweil um gut 6.000 auf rund 38.000.
Der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg wird immer weiblicher
In sieben der 44 Stadt- und Landkreise sind inzwischen mehr Frauen als Männer beschäftigt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen hat von 1985 bis 2025 in allen 44 Stadt- und Landkreisen zugenommen. Das prozentual größte Plus an Arbeitnehmerinnen gab es im genannten Zeitraum in den Landkreisen Heilbronn (+135 %), Hohenlohekreis (+117 %), Biberach (+106 %) und Tübingen (+104 %). Auch im Stadtkreis Freiburg (+103 %) und im Landkreis Ravensburg (+102 %) haben sich die weiblichen Belegschaften mehr als verdoppelt. Die geringsten Zuwächse gab es im Zollernalbkreis mit lediglich 2 % und in Pforzheim mit 4 %.
Rollenklischees dominieren noch immer die Berufswahl
Vorstellungen zur beruflichen Eignung sind noch immer eng mit stereotypen Rollenmustern verknüpft, was sich auch weiterhin auf dem Ausbildungsmarkt in Baden-Württemberg widerspiegelt. In der dualen Ausbildung zur Floristin bzw. zum Floristen kamen im Jahr 2025 auf 231 Frauen (97,9 %) lediglich fünf Männer (2,1 %). Auch die Ausbildung zur Arzt- bzw. Praxishilfe war mit einer Frauenquote von 96,2 % fest in weiblicher Hand. Ebenfalls über der Marke von 90 % lagen außerdem die weiblichen Anteile unter den Auszubildenden im Drogerie- und Apothekenhandel.
Jede achte sozialversicherungspflichtig beschäftigte Person ging 2025 zusätzlich einem Nebenjob nach
Die Zahl der Nebenjobs im Südwesten ist seit 2005 prozentual am stärksten unter Akademikerinnen und Akademikern sowie bei Älteren angestiegen. Zur Jahresmitte 2025 übten gut 604.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zusätzlich zu ihrer Haupttätigkeit einen Minijob aus, 315.700 Personen bzw. +109,4 % mehr als im Jahr 2005.
2025: Elektromobilität zieht wieder an
Durch das neue E-Auto-Förderprogramm der Bundesregierung können Privatpersonen beim Kauf eines Elektroautos bis zu 6.000 Euro Zuschuss erhalten. Im Jahr 2025 wurden rund 84.300 Personenkraftwagen mit rein elektrischem Antrieb im Südwesten neu zugelassen. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einem Anstieg um 17.800 Elektro-Pkw bzw. 26,8 %. Baden-Württemberg importierte im Jahr 2025 rund 95.400 neue E-Autos im Wert von 2,8 Milliarden Euro aus dem Ausland. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Anzahl mehr als verdoppelt, während sich der Einfuhrwert um lediglich 26,3 % erhöhte.
Baden-Württembergs Bierexporte um mehr als ein Viertel gesunken
Baden-Württembergs Brauereiunternehmen haben im Jahr 2025 über ein Viertel weniger Bier ins Ausland exportiert als im Vorjahr. Die exportierte Biermenge reduzierte sich im vergangenen Jahr um 26,6 % auf über 1,0 Millionen Hektoliter. Der Wert sank dabei auf rund 82,3 Millionen Euro (−23,4 %).
Exporte von Januar bis März 2026: +4,6 % zum Vorjahreszeitraum
Im 1. Quartal 2026 exportierte die Südwestwirtschaft Waren im Gesamtwert von fast 64,2 Milliarden Euro ins Ausland. Der Ausfuhrwert lag nominal um 4,6 % höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Baden-Württembergs Export übertraf den Vorjahresquartalswert nach den neun vorhergehenden Quartalen mit rückläufiger Entwicklung zum Vorjahreszeitraum nun zum dritten Mal in Folge (4. Quartal 2025: +3,9 %; 3. Quartal 2025: +0,8 %).
Umwelt und Energie
60 Jahre Energiebilanzierung – Die Entwicklung der Energiebilanzierung seit 1965 in den Bundesländern am Beispiel Baden-Württembergs
Seit 1965 werden für Baden-Württemberg Energiebilanzen erstellt. Die Energiebilanzierung in Baden-Württemberg hat sich seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Der Beitrag erklärt die Grundlagen der Energiebilanzierung, gibt einen Überblick über die Entwicklung in den letzten 60 Jahren und stellt sie den energiepolitischen und zeitgeschichtlichen Geschehnissen gegenüber.
Gebäudereport 2025 veröffentlicht – Umfassende Daten zum Thema Gebäude und Energie in Baden-Württemberg im Überblick
Der Gebäudereport 2025 gibt einen Überblick über den Themenbereich Gebäude und Energie in Baden-Württemberg. Hierzu wurden Ergebnisse aus über zehn Erhebungen der amtlichen Statistik sowie vielen weiteren Quellen zusammengestellt und analysiert. Ein Teil davon sind beispielsweise die im Rahmen des Zensus 2022 erstmals flächendeckend erfassten Daten über die in Gebäuden zur Beheizung genutzten Energiearten.
Bildung, Wissenschaft und Forschung
Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE): Baden-Württemberg belegt weiterhin den Spitzenplatz in der EU-27
Baden-Württemberg investierte im Jahr 2023 rund 5,6 % des nominalen Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung (FuE-Intensität) und belegt damit im Forschungsvergleich der Regionen auf NUTS-1-Ebene der EU-27 erneut den Spitzenplatz. Bezieht man die Bundesstaaten der USA in die Analyse mit ein – die USA waren bis 2023 die forschungsaktivste Nation – belegt Massachusetts mit einer FuE-Intensität von 9,2 % den Spitzenplatz des Rankings.
Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten in Baden-Württemberg werden maßgeblich von Unternehmen vorangetrieben
Im Jahr 2023 stiegen die Investitionen in Forschung und Entwicklung in Baden-Württemberg auf einen neuen Rekordwert in Höhe von 36,1 Milliarden Euro. Allein die Unternehmen investierten rund 29,3 Milliarden. Euro in Forschung und Entwicklung und erreichten einen Investitionsanteil von 83 % an den gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Südwesten. Deutschlandweit war der Anteil der FuE-Ausgaben in Baden-Württemberg an den FuE-Ausgaben der Wirtschaft am höchsten.
Regionale Analysen und Daten
Regionaldaten zur Landwirtschaft nun über die Statistikdatenbank abrufbar
Die häufig nachgefragten Daten zur Landwirtschaft auf Ebene der Kreise oder Gemeinden können nun über die Statistikdatenbank Baden-Württemberg abgerufen werden. Hier sind unter anderem Tabellen zur Bodennutzung, Viehhaltung oder dem ökologischen Landbau vorhanden. Weitergehende Daten zur Agrarstruktur in Baden-Württemberg sind weiterhin gebündelt über ein Datenpaket, den Statistischen Daten, erhältlich.
- Tabellen zur Agrarstrukturerhebung
- Kombipaket: Agrarstrukturerhebung 2023 und Landwirtschaftszählung 2020
Regionaldaten zu Arbeitslosen für Gemeinden und Kreise
Nach Geschlecht, Nationalität, Altersgruppen und weitere Strukturmerkmale vierteljährlich und im Jahresdurchschnitt jetzt wieder online in der neuen Statistikdatenbank Baden-Württemberg
Forschungsdatenzentrum/Familienforschung
Die FaFo im Statistischen Landesamt hat im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg folgende Veröffentlichungen herausgegeben:
Begrenzte Wege, begrenzte Teilhabe? Mobilität von Menschen mit geringem Einkommen in Baden-Württemberg
Der aktuelle GesellschaftsReport untersucht, inwiefern sich die Mobilität der Menschen in Baden-Württemberg differenziert nach Einkommen unterscheidet. Es wird herausgearbeitet, wie ein begrenzter Zugang zu Verkehrsmitteln und Verkehrsangeboten die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit geringem Einkommen einschränkt. Zudem werden mögliche Handlungsansätze dargestellt, die zu einer Verbesserung der Mobilität von Menschen mit geringem Einkommen beitragen können.
Termine und Veranstaltungen
VGR-Kolloquium 2026 am 02. und 03. Juni 2026 in Koblenz
Das Statistische Bundesamt und das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz veranstalten am 02. und 03. Juni 2026 das traditionsreiche VGR-Kolloquium erstmals in Koblenz. Im Zentrum des diesjährigen Kolloquiums steht das Thema
„Potenzial für effizientere VGR-Erstellung: neue Methoden, Technologien und Datenquellen“.
Weitere Informationen unter:
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